Mensch und Kirche

Diskussionsforen für Themen des Alltags mit Schwerpunkt religiöse und soziale Fragestellungen
Aktuelle Zeit: 17. Dezember 2018 07:53

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 21 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12. Dezember 2005 20:10 
Puh, woher wisst Ihr das alles? Ich bin schon seit Wochen verblüfft über soviel profunde Kenntnis von Religionsgeschichte. So langsam wird mir der teil-anonyme Austausch hier aber unheimlich - ich wüsste jetzt mal gerne, wer von Euch mit welcher theologischen Grundlage hier postet. Unser Forum ist nämlich zusehends falsch aufgestellt, wenn wir hier solch interessante religionshistorische Beiträge einfach nur so als "Meinungsaustausch" untergehen lassen, so quasi als "Wortgeplänkel unter Laien". Denn als solches wird unser Forum zunehmend von denjenigen abgetan, die hier eigentlich mitschreiben müssten.


Nach oben
  
 

R.I.P.
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13. Dezember 2005 01:06 
Kirchenlehrerin (in spe)
Benutzeravatar

Registriert: 5. November 2005 13:01
Beiträge: 4616
Tja, da staunt der Fachmann, und der Laie wundert sich!

_________________
Entwicklung gehört zum Wesen der Kirche. (Bischof Georg Bätzing, Limburg)

Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen,
weil leben wandern heißt. (Klaus Peter Hertzsch)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13. Dezember 2005 12:18 
Offline
John Der Echte

Registriert: 6. Oktober 2005 15:33
Beiträge: 2964
Wohnort: Mitten in Deutschland
@Flo

Ich habe zu diesem Thema noch etwas gefunden, und zwar im Bischofsbrief "Von Amts-Wegen" von +Joachim Vobbe. Diese Bischofsbriefe, die es zu vielen Themen gibt, empfehle ich Dir sehr herzlich zur Lektüre, wenn Du wissen und verstehen willst, wofür die Altkatholiken stehen. Mir jedenfalls haben sie sehr geholfen. Du kannst sie auf der HP der AKK finden.

+Joachim setzt sich mit der Frage auseinander, inwieweit die Ämter unterschiedlicher Kirchen gegenseitig anerkannt werden. Er stellt fest, daß sich der Streit um die Anerkennung der Sakramentsfeiern in der Regel nicht an der Frage orientiert, ob ein Gottesdienst würdig oder unwürdig zelebriert wird, oder ob er nur noch aus Wortmüll und Ringelpietz besteht und sich darin keine konventionelle Glaubensaussage mehr findet oder ob er in Anlehnung an die Konvergenzerklärungen von Lima zur Eucharistie gestaltet wird.

Er fährt fort:
Zitat:
Aber darum geht es merkwürdigerweise nicht, wenn im ökumenischen Disput von "gültiger" oder "ungültiger" Ordination und somit von "gültiger" oder "ungültiger" Sakramentenspendung, speziell Abendmahlsfeier, die Rede ist. Der Hauptstreit- und Angelpunkt bleibt die Frage der historischen Sukzession, das heißt der lückenlosen Kette bischöflicher Handauflegungen, die einer aktuellen Ordination vorangegangen sind.
Kann ein Christ, ein (Alt-)Katholik etwa, im dritten Jahrtausend sich denn wirklich vorstellen, dass eine Eucharistiefeier, die - von einem kirchlich Ordinierten geleitet - allgemein anerkannten Regeln folgt, wie sie etwa bei den Konvergenzerklärungen der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung des ÖRK in Lima 1982 festgelegt wurden, "ungültig" ist, nur weil dieser Ordinierte einer anderen Kirche angehört? Dietrich Bonhoeffer, Dietrich von Bodelschwingh, Albert Schweitzer - alles "ungültig" ordinierte, weil sie evangelisch waren? Ihre Abendmahlsfeiern ungültig, nicht beseelt von Geist und Gegenwart Jesu Christi? Ich kann mir so etwas nicht mehr vorstellen und will es mir auch von niemandem mehr einreden lassen.
Ich meine, das Denken, welches das Handeln des Auferstandenen ausschließlich in die juridischen Kategorien "gültig/ungültig" pressen will, gehört ein für allemal aus unseren Köpfen verbannt. (Joachim Vobbe, Von Amts-Wegen. Betrachtungen über geistlichen Dienst und geistliches Amt, Bonn 2002)

LG
JHN


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13. Dezember 2005 12:25 
Offline

Registriert: 4. November 2005 10:53
Beiträge: 524
Wohnort: Erzbistum Köln
Hi JHN,

mir fällt dieses Denken extremst schwer - und zwar weniger, weil ich nicht akzeptieren könnte, daß in verschiedenen Riten nicht dasselbe passieren könnte, sondern weil derart fundamentale Unterschiede wie z.B. das Fehlen der Notwendigkeit der AS mMn ein Widerspruch zum Anspruch der Einheit der Christenheit ist (oder Pizza statt Brot).

(wobei die Frage ob ein Schiffbrüchiger auf einer einsamen Insel für sich eine gültige Eucharistie feiern könnte durchaus mal spannend wäre)


Viele Grüße

Flo


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13. Dezember 2005 12:39 
Offline

Registriert: 8. November 2005 15:43
Beiträge: 324
Ich finde die Begriffe "gültig" oder "ungültig" in diesem Zusammenhang unangebracht.

Ich glaube daß zu einer wirklichen "Wandlung" im wahren Sinn des Wortes eine Priesterweihe in aopstolischer Sukzession gehört, wenn das nicht der Fall wäre, könten wir das Weihesakrament ja abschaffen.

Unberührt davon glaube ich aber natürlich, daß auch bei einem protestantischen Abendmahl Christus zugegen ist, Er war es schliesslich, der zugesagt hat "wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind...."

Ich glaube also an das Mysterium der Wandlung bei einem geweihten Priester, aber ebenso an die reale Präsenz Christi in einem anderen Gottesdienst.

Bei einer Eucharistie esse ich den Leib Christi, bei einer protestantischen Abendmahlsfeier esse ich ein Stück Brot und nehme aber dabei Christus in mich auf, wenn ich mit dem richtigem Geist dabei bin.

Und "mit dem richtigen Geist dabeisein" bedeutet auch, nicht zu denken "ich esse ja nur ein Stück Brot".

Es ist schwierig zu beschreiben, aber ich hoffe es kommt rüber was ich meine.

Werner


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13. Dezember 2005 12:40 
Offline
John Der Echte

Registriert: 6. Oktober 2005 15:33
Beiträge: 2964
Wohnort: Mitten in Deutschland
Flo77 hat geschrieben:
sondern weil derart fundamentale Unterschiede wie z.B. das Fehlen der Notwendigkeit der AS mMn ein Widerspruch zum Anspruch der Einheit der Christenheit ist (oder Pizza statt Brot).


Hallo Flo,

wir sehen klar eine Notwendigkeit der AS (sowohl als successio verbi wie als successio ministrorum). Daher darf bei uns auch niemand zelebrieren, der diese Sukzession nicht hat. Eine Einheit der Kirche ist nur zu erlangen, wenn die Sukzession wieder allgemein erreicht wird. Daher ist die Rückgewinnung der Sukzession ja auch eine der Bedingungen der Vereinigung zwischen Methodisten und Anglikanern in England. Die Basis für diesen Prozess ist allerdings die Erkenntnis, daß die Methodisten die Lehre der Apostel in Verkündigung und Praxis erhalten haben (die successio verbi wird also als gegeben betrachtet). Daher können die Anglikaner auch die Episkopalsukzession (successio ministrorum) mit ihnen teilen.

LG
JHN


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 21 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 15 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
cron
Impressum

Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Hosted by Uberspace