Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Heinrich VIII und Ehehindernisse....
BeitragVerfasst: 6. November 2006 16:38 
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Die erste Ehe Heinrichs VIII mit Katharina von Aragon sollte ja auf Betreiben Heinrichs anulliert werden, da die Schwagerehe ein Ehehindernis darstellte.

Der Papst lehnte diese Anullierung bekanntlich ab, der Rest ist ja bekannt.
Es gibt nun Leute (John, du weisst wen ich meine :wink: ), mit denen ich nicht mehr diskutieren mag, die behaupten, ein solche Ehehindernis gäbe es gar nicht.

Da könnte man zum Beispiel auf den heiligen Kilian verweisen, der sogar zum Märtyrer wurde, weil er dem Herzog Gozbert die Ehe mit der Witwe seines Bruders als unmöglich ausreden wollte.

Auch die Geschichte des heiligen Korbinian enthält so einne Fall, auch wenn er hier nicht tödlich endete.

Bei Heinrich ging es nicht darum, dass er eine Dispens von diesem Ehehindernis gehabt hätte, die war nämlich gar nicht möglich.

Es war vielmehr so, daß Heinrichs Vater Heinrich VII zu der Ehe gedrängt hatte, nachdem Heinrich plötzlich und unerwartet durch den Tod seines Bruders Arthur Thronfolger geworden war.

Um diese Ehe zu ermöglichen, wurde durch sehr zweifelhafte Zeugenaussagen der "bewiesen", daß die Ehe zwischen Arthur und Katharina nicht vollzogen worden sei.

Auf genau die Zweifelhaftigkeit dieses Verfahrens (Katharina hatte sich erst nach längerem Drängen durch ihren Schwager Phillip von Kastilien (der Schöne) überreden lassen, den Nichtvollzug der Ehe zu bestätigen) berief sich später Heinrich.

Dass die Schwagerehe heute kein Hinderungsgrund mehr ist, tut nichts zur Sache (ist allerdings ein Beweis dafür, daß solche Dinge selbst bei der RKK nicht in Erz gegossen sind....)

Viele Grüße,
Werner


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BeitragVerfasst: 6. November 2006 17:25 
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techAdmin
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Werner hat geschrieben:
Die erste Ehe Heinrichs VIII mit Katharina von Aragon sollte ja auf Betreiben Heinrichs anulliert werden, da die Schwagerehe ein Ehehindernis darstellte.

Der Papst lehnte diese Anullierung bekanntlich ab, der Rest ist ja bekannt.
Es gibt nun Leute (John, du weisst wen ich meine :wink: ), mit denen ich nicht mehr diskutieren mag, die behaupten, ein solche Ehehindernis gäbe es gar nicht.

Da könnte man zum Beispiel auf den heiligen Kilian verweisen, der sogar zum Märtyrer wurde, weil er dem Herzog Gozbert die Ehe mit der Witwe seines Bruders als unmöglich ausreden wollte.

Auch die Geschichte des heiligen Korbinian enthält so einne Fall, auch wenn er hier nicht tödlich endete.

Bei Heinrich ging es nicht darum, dass er eine Dispens von diesem Ehehindernis gehabt hätte, die war nämlich gar nicht möglich.

Es war vielmehr so, daß Heinrichs Vater Heinrich VII zu der Ehe gedrängt hatte, nachdem Heinrich plötzlich und unerwartet durch den Tod seines Bruders Arthur Thronfolger geworden war.

Um diese Ehe zu ermöglichen, wurde durch sehr zweifelhafte Zeugenaussagen der "bewiesen", daß die Ehe zwischen Arthur und Katharina nicht vollzogen worden sei.

Auf genau die Zweifelhaftigkeit dieses Verfahrens (Katharina hatte sich erst nach längerem Drängen durch ihren Schwager Phillip von Kastilien (der Schöne) überreden lassen, den Nichtvollzug der Ehe zu bestätigen) berief sich später Heinrich.

Dass die Schwagerehe heute kein Hinderungsgrund mehr ist, tut nichts zur Sache (ist allerdings ein Beweis dafür, daß solche Dinge selbst bei der RKK nicht in Erz gegossen sind....)


Jepp, ich wollte etwas in der Richtung schreiben, aber die Datenbank bei kreuzgang.org scheint den Geist gerade aufgegeben zu haben. :-P

Vielen Dank aber für die Hinweise auf die Vitae -- sie sind goldrichtig. Aber ein Blick in Lv 20,21 bringt auch Erleuchtung. :-D

Wobei ich mich auch fragen muss, wieso ich den Typen überhaupt beschäftige. JHNewman hatte recht, als er das Wort "BONKERS!" ins Spiel gebracht hat. :-P

Cheers,

John
(der wieder mal eine Begegnung mit Tradis hatte und bewertet sie als weiterer Grund, nie römisch-katholisch zu werden)

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Meine Website /// My blog (in English) – theology and other things
Der Beweis, dass Gott einen Sinn für Humor hat: Er hat die Menschheit geschaffen.


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BeitragVerfasst: 6. November 2006 18:18 
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Registriert: 8. November 2005 15:43
Beiträge: 317
John Grantham hat geschrieben:
(...)
Cheers,

John
(der wieder mal eine Begegnung mit Tradis hatte und bewertet sie als weiterer Grund, nie römisch-katholisch zu werden)

Zur Ehrenrettung der römisch-katholischen Kirche muss man allerdings sagen, daß Meinungen wie die betreffende seit dem 2. Vatikanum nur noch recht unbedeutende Minderheitenmeinungen sind.....

Grüße,
Werner


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BeitragVerfasst: 15. März 2013 20:51 
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John Der Echte

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Beiträge: 2859
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Nur so als Fußnote, weil ich grade darüber gestolpert bin: In Diskussionen über den Anglikanismus mit Romkatholiken wird oft darauf hingewiesen, dass es die Anglikaner ja nur gebe, weil Heinrich VIII. eine Lösung für seine Eheprobleme gesucht habe. Die mehreren Ehen Heinrichs gelten dabei nachgeradezu als Wurzelsünde des Anglikanismus.

Nun habe ich mich grade ein wenig mit Karl dem Großen beschäftigt, der auch ein notorischer Bigamist war und mehrere Ehefrauen verstieß, je nach politischer Großwetterlage - und dann von der römischen Kirche noch heilig gesprochen wurde. Was sagt das denn über die Wurzeln des christlichen Europa? :prust:


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BeitragVerfasst: 15. März 2013 22:15 
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JHNewman hat geschrieben:
Nun habe ich mich grade ein wenig mit Karl dem Großen beschäftigt, der auch ein notorischer Bigamist war und mehrere Ehefrauen verstieß, je nach politischer Großwetterlage - und dann von der römischen Kirche noch heilig gesprochen wurde. Was sagt das denn über die Wurzeln des christlichen Europa? :prust:


Karl der Große hatte das damalige Papsttum "im Griff". Zudem sollen sehr viele Europäer Nachfahren von Karl dem Großen sein. Kein Wunder....

Das Papsttum des 16.Jahrhunderts lässt sich zumindest nicht mit dem des 8. und 9. Jahrhunderts vergleichen.

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Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt mit Gewalt hinein.

Evangelium nach Lukas 16, 16

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R.I.P.
BeitragVerfasst: 16. März 2013 10:18 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Karl der Große wurde zudem von einem Gegenpapst heiliggesprochen.
Seine Verehrung wurde dann von Rom geduldet, allerdings darf sein Fest am 28. Jan. nur im Bistum Aachen gefeiert werden.

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Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
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weil leben wandern heißt. (Klaus Peter Hertzsch)


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BeitragVerfasst: 16. März 2013 11:43 
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Eilike hat geschrieben:
Karl der Große wurde zudem von einem Gegenpapst heiliggesprochen.
Seine Verehrung wurde dann von Rom geduldet, allerdings darf sein Fest am 28. Jan. nur im Bistum Aachen gefeiert werden.



Meines wissens auch in Osnabrück; und wenn ich das noch richtig in erinnerung habe, gibt des in NRW eine ganze Reihe von Pfarrkirchen, die Karl den Großen als Patron haben.


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 16. März 2013 12:22 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Registriert: 5. November 2005 13:01
Beiträge: 4616
winnie hat geschrieben:
und wenn ich das noch richtig in erinnerung habe, gibt des in NRW eine ganze Reihe von Pfarrkirchen, die Karl den Großen als Patron haben.

Da ist mir keine bekannt. Ich habe nur gelernt, Aachen hätte da ein Privileg.
In NRW fällt mir gar keine Karls-Kirche ein, und wenn, dann würde ich auf Karl Borromäus tippen.

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BeitragVerfasst: 16. März 2013 12:31 
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In Wippingen im Emsland (Niedersachsen) hatte man sogar noch im 19. Jahrhundert eine neue Kirche mit dem Patron Karl dem Großen versehen. Wurde dann aber vor 60 Jahren geändert. Hat mir vorher ein Einheimischer erzählt, als ich das mit dem Karl erzählt habe. Offensichtlich empfand man das im 20.Jahrhundert nicht mehr als passend.

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