Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 8. März 2017 13:37 
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Bei den Römern ist die vor dem Standesamt geschlossene Ehe zweier Protestanten ein Sakrament.
Von Liturgie keine Spur.

Werner


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BeitragVerfasst: 8. März 2017 13:44 
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Wäre mir völlig neu!

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BeitragVerfasst: 8. März 2017 13:58 
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Den Römern ist eine standesamtliche Ehe zweiter Protestanten egal

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Zeig Dich, nur ein bisschen, dass ich gehen kann....


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BeitragVerfasst: 8. März 2017 14:08 
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techAdmin

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Werner hat geschrieben:
Bei den Römern ist die vor dem Standesamt geschlossene Ehe zweier Protestanten ein Sakrament.


Nein. Sie ist gültig geschlossen, obwohl formfrei.
Nicht sakramental, sondern "natürlich".
Sakramental wird es erst dann, wenn die Eheleute zur RKK übertreten.


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BeitragVerfasst: 8. März 2017 14:16 
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Ja das grenzt dann schon an Zauberei.

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BeitragVerfasst: 8. März 2017 14:40 
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Diese ganzen römischen Ansichten zum Ehesakrament spielen dann für den nicht-römischen Christen eine Rolle, wenn er Mitglied bei denen wird und z.B.

- mit einem nichtchristlichen Ehepartner

- einem nicht-römischen Ehepartner

verheiratet ist bzw. war (also geschieden ist).
Dann kommen die tollsten Konstruktionen ins Spiel (Paulinisches bzw. Petrinisches Privileg etc.)
Ich habe mir mal als Eselsbrücke gemerkt, dass der Nicht-Römer immer auf der "sicheren" Seite ist, wenn der Ehepartner nicht Christ ist/war.
Kann mich täuschen, aber für mich grenzt das ohnehin an kirchenrechtlichen Irrsinn.
Problematisch wird es dann für Arbeitnehmer, die .............ja...aber das ist ein anderes Feld.

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Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt mit Gewalt hinein.

Evangelium nach Lukas 16, 16

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BeitragVerfasst: 8. März 2017 14:46 
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Nein, jede gültige Ehe zwischen zwei Christen ist für die Römer ein Sakrament. Das hat schon das erste Vatikanum bekräftigt, war aber auch da wohl schon nichts Neues. Angesichtzs aufkommender Zivilehen haben dann Leo XIII und Pius X das nochmal ausdrücklich bekräftigt.
Z. B. hier nachzulesen: https://books.google.de/books?id=0YNzAQAAQBAJ&pg=PA42&dq=casti+connubii+ehe+als+sakrament&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj45Ka69cbSAhXBFywKHR1zC40Q6AEIJTAC#v=onepage&q=casti%20connubii%20ehe%20als%20sakrament&f=false

Außerdem Codex Iuris Canonici, Canon 1055: § 2. Deshalb kann es zwischen Getauften keinen gültigen Ehevertrag geben, ohne daß er zugleich Sakrament ist.

Werner


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BeitragVerfasst: 8. März 2017 14:48 
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techAdmin

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Silesia hat geschrieben:
Ja das grenzt dann schon an Zauberei.


Und das ist den Römern überhaupt nicht egal.

Folgende Situation:

Ev Mann heiratet RKK Frau ohne Genehmigung der RKK (also z.B. in der evangelischen Kirche). Ausnahme von der Formpflicht notwendig, daher keine kirchliche Ehe. Beide können nach einer Scheidung wieder katholisch heiraten.

Ev. Mann heiratet ev Frau (dazu braucht es keine Genehmigung der RKK - logisch). "Naturehe". Scheidung nicht möglich, beide Partner können nach einer Zivilscheidung nicht mehr kirchlich neu heiraten.

Ev Mann heiratet RKK Frau MIT erteilter Ausnahme von der Formpflicht. Ehe besteht, beide können nach einer Scheidung nicht mehr neu katholisch heiraten.

Ich könnte mich fragen, ob ich überhaupt kirchlich verheiratet bin. 1983 ausgetreten aus der RKK, 1987 freikirchlich geheiratet. Hätte ich nun als Ausgetretener einen Dispens von der Formpflicht gebraucht? Soweit ich weiß, bei Eheschließung zwischen 1983 und 2010 nicht, da wurde angenommen, dass ein Austritt einem Abfall von der Kirche entspricht. Nach 2010 benötigt man das wieder.

Was auch schräg ist: Wenn man formfehlerhaft geheiratet hat, kann das geheilt werden, das muss man beim Pfarramt beantragen. OK - in Ordnung. Es wird aber automatisch geheilt, wenn ein gemeinsames Kind oder ein gemeinsam adoptiertes Kind getauft wird oder die Erstkommunion erhält. Interessant. Und das Ehepaar kriegt das überhaupt nicht mit.

So. Was ist nun ein Sakrament? Was ist eine rechtsgültige Ehe?
Und überhaupt? Ist das alles noch normal? :roll:


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BeitragVerfasst: 8. März 2017 14:50 
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Klar kann es Nicht-Römern egal sein, was die für ein Sakrament halten.
Ich will damit nur sagen, dass es nicht mal Einigkeit darüber gibt, welche Ehen denn nun sakramental sind und welche nicht, wie soll man da erklären können, was dieses Sakrament überhaupt ist?

Letztlich ist die Definition dann so: Ein Sakrament ist, was ein Sakrament genannt wird.

Es gibt übrigens auch noch völlig andere Sakramente. Bei den Ostsyreren ist der Sauerteig, aus dem das eucharistische Brot gebacken wird, ein Sakrament, und das Zeichen des Kreuzes auch.

Werner


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BeitragVerfasst: 8. März 2017 14:50 
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techAdmin

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Werner hat geschrieben:
Nein, jede gültige Ehe zwischen zwei Christen ist für die Römer ein Sakrament.


Ich korrigiere mich: Du hast recht. Naturehen gibt es nur mit Ungetauften.


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BeitragVerfasst: 8. März 2017 14:54 
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Absurd. Aberglaube!

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BeitragVerfasst: 8. März 2017 15:10 
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John Der Echte

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Werner hat geschrieben:
Definiert man ein Sakrament wie Silesia es tut, dann kann (!) alles ein Sakrament sein.


Das ist für mich kein Bezugspunkt.
Zitat:
Wenn du sagst, eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft kann nur dann ein Sakrament sein, wenn sie identisch mit einer Ehe ist, musst du auch sagen können, was denn eine sakramentale Ehe ausmacht.
Was genau ist dieses "Ehesakrament"? Was ist an einer sakramentalen Ehe anders als an einer nicht-sakramentalen?


Jetzt drehen wir uns im Kreis, denn das ist genau das, worauf ich schon oben hinauswollte:
Ich kann das nicht sagen und die Kirche kann das im Moment m. E. eben auch nicht klar genug definieren.
Dies ist aber die Aufgabe, die bewältigt werden muss, bevor man sich in die eine oder andere Richtung bewegt, was die Öffnung der Ehe (des Ehesakramentes) anbelangt.


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BeitragVerfasst: 8. März 2017 15:14 
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Lothar1962 hat geschrieben:
Werner hat geschrieben:
Nein, jede gültige Ehe zwischen zwei Christen ist für die Römer ein Sakrament.


Ich korrigiere mich: Du hast recht. Naturehen gibt es nur mit Ungetauften.


Also kann der Evangelische nach der Scheidung von der/dem Nichtgetauften fröhlich römisch werden und die/den Katholiken heiraten?


Das ist etwas für eine Quizsendung.

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BeitragVerfasst: 8. März 2017 15:48 
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Natürlich Bezugspunkt sind immer die Römer ... :?

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BeitragVerfasst: 8. März 2017 15:50 
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techAdmin

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Vanni145 hat geschrieben:
Also kann der Evangelische nach der Scheidung von der/dem Nichtgetauften fröhlich römisch werden und die/den Katholiken heiraten?


Müsste gehen.

Es ist sowieso empfehlenswert, ein Ausschlusskriterium für die Ehe einzubauen, dann kann man sie später annullieren lassen. Denn auch eine Ehe, die 20 Jahre lang bestanden hat und wo es Kinder gibt, kann annulliert werden, wenn Ausschlusskriterien vorliegen.

Absurd ist da noch ein milder Ausdruck.

Formalisiert und erstarrt. Anders kann man das RKK Eherecht wohl kaum bezeichnen.


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