Mensch und Kirche

Diskussionsforen für Themen des Alltags mit Schwerpunkt religiöse und soziale Fragestellungen
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BeitragVerfasst: 30. Oktober 2005 21:32 
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JHNewman hat geschrieben:
1. Bei den Bemerkungen um die Kenianer und Tansanianer handelt es sich meines Erachtens nicht um Rassismus. Es ist wirklich eine ernstzunehmende Frage, inwieweit man auf sie noch Rücksicht nehmen soll. Ich würde sogar weiter gehen und fragen, wie lange man sie noch ertragen kann. Ich weiß nicht, wie sehr Du die Vorgänge verfolgt hast in der letzten Zeit, aber die Vorgehensweise der Afrikaner, besonders von ++Akinola waren vollkommen inakzeptabel. Während sie einerseits die Tolerierung von Homosexualität in den westlichen Kirchen anprangern, erlauben sie zum Teil in ihren Kirchen noch die Vielehe und verwehren sich vehement dagegen, daß das jemand kritisiert, weil es sich dabei um eine *kulturelle Frage* handele. Diese Logik verstehe ich nicht.


Ich auch nicht. Aber mit dieser Argumentation wird man schnell mit der Rassismus-Keule gehauen, und auch das ist sehr ärgerlich bei der Diskussion.

Zitat:
Noch viel schwerer wiegt aber für mich die Tatsache, daß die Afrikaner (auch hier hat ++Akinola sich wieder hervorgetan) nach der Weihe von +Gene begonnen haben, in der ECUSA Gemeinden abzuwerben und seelsorgliche Funktionen auszuüben. Sie haben damit eines der Grundprinzipien der Kirche seit den frühesten Tagen verletzt und tun das im übrigen fortdauernd immer noch: Kein Bischof darf in der Diözese eines anderen Bischofs intervenieren. Zumindest solange nicht, solange kein Konzil (in diesem Fall die Lambeth Conference) die entsprechende Diözese aus der Kirchengemeinschaft ausgeschlossen hat.


Yepp, das ist die s.g. <a href="http://www.anglicanmissioninamerica.org/">Anglican Mission in America</a>, die ich im ersten Beitrag im Thread erwähnt habe. Schon der Name ist eine Frechheit. Es ärgert mich auch sehr, dass ein paar AMiA-Gemeinden in der Nähe von zwei meinen alten Episkopal-Gemeinden in Virginia gegründet wurden...

Zitat:
Der Bruch des Kirchenrechts von seiten der ECUSA durch die Weihe von +Gene war schlimm, aber letztlich ein einmaliger Akt. Der Schaden, der innerhalb der Anglican Communion seither durch die unglaublichen Aktionen der Afrikaner entstanden ist, ist imho deutlich größer. Sollte es zu einem Bruch 2008 kommen, liegt die Schuld daran imho mehr auf ihrer Seite als auf der Seite der Amerikaner.


Da kann ich nur sagen, "two wrongs don't make a right".

Zitat:
2. Ich stimme Dir auch darin zu, daß +Gene vielleicht einen Rückzieher hätte machen sollen. Aber das ist sehr europäisch gedacht. Nachdem ich in den letzten Jahren ein wenig verfolgt habe, wie der Konflikt um die Frage der Homosexualität in amerikanischen Kirchen ausgetragen wird und wie sehr er eskaliert ist, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Die militanten Schwulengegner, die Kirchen besetzen, die ihnen zu liberal scheinen, die auf Beerdigungen gehen, um dort kundzutun, daß der oder die Verstorbene aufgrund ihrer Veranlagung jetzt in der Hölle schmoren ... ich kann aufgrund dieser Exzesse auch verstehen, daß es einen Flügel der Kirche gibt, der der Meinung ist, daß man um Jesu willen diesen Menschen widerstehen muß und ihnen auch nicht einen Zoll nachgeben darf. Aber vielleicht kann John etwas dazu sagen.


Das ist schon nahe dran. Wie gesagt, die Lage in Amerika ist -- nicht nur innerhalb der ECUSA -- enorm angespannt. Es brodelt mit Hass und Wut und Ärger wie ich das noch nie in meinem Leben -- oder meine Eltern in deren -- erlebt habe. Themen wie der Irak-Krieg, Homosexualität, Vetternwirtschaft und diverse andere Fragen haben das Land zutiefst gespalten, und der Ärger kommt in allenmöglichen Foren wieder hoch: im Fernsehen, in Online-Foren, im Talk-Radio und auch in persönlichen Gesprächen (die all zu häufig in Schlägereien enden).

Auch meine eigene Verwandschaft bekommt das zu spüren -- diverse Familienkonflikten, die durch Politik und weit auseinander liegenden Ansichten noch schlimmer gemacht werden. Man spreche nicht mit dem, weil er den Kerry (oder Bush) gewählt hat. Man möchte den Kontakt mit der vermeiden, weil sie mal Schwule zu verteidigen versuchte. Und solche Blödsinn.

Die Atmosphäre in den USA und in den amerikanischen Medien ist manchmal so dramatisch, dass ich an die Atmosphäre in Amerika im Jahre 1858 denke. Damals ging es ähnlich hart zu. Damals hatte Amerika allerdings einen Präsidenten, der sich eher daraus halten wollte (Buchanan), aber die Spaltung war bereits so tief, dass ein Bürgerkrieg unvermeidlich war. Der heutige schaukelt es alles nochmal hoch, für die eigenen kurzfristigen politischen Zwecke. Ich kann nur hoffen, dass es den Menschen dort klar wird, was passiert. Zwar gibt es langsam positive Zeichen dafür, aber für meinen Geschmack zu wenige.

Aber diese extrem bittere politischen Kämpfe, die in Amerika ausgetragen werden, erklären die strikte Haltung der "Liberalen" innerhalb der ECUSA. Wenn man im General Convention mit <a href="http://www.godhatesfags.com/">GOD HATES FAGS</a>-Schildern konfrontiert wird, wie soll man überhaupt einen Dialog anfangen? Wenn so manche Extrem-Christen sogar laut sagen, <a href="http://www.godhatesamerica.com/">Danke Gott für Katrina, für die gerechte Strafe</a> und überall in solchen gereizten Debatten erscheinen, wie soll man einen kühlen Kopf halten? Wenn man derart angegriffen wird, zieht man lieber zusammen in einer Abwerhrhaltung, als mit anderen den Dialog zu wagen.

Zitat:
Ich habe auch mit Father Allan aus Frankfurt gesprochen, relativ kurz nach der General Convention, auf der die Weihe von +Gene bestätigt worden war. Er sagte, man sei sich der Sache sehr wohl bewußt gewesen, habe aber unter der Leitung des Geistes Gottes diese Entscheidung gesucht und getroffen. Fand ich sehr beeindruckend.


Das ist das, was mich am meisten ärgert. Was die Anwesenden gemacht haben, war letztendlich eine bewußte moralische Entscheidung. Aber so wie das von manchen Teilkirchen dargestellt wird, war der Teufel höchst persönlich bei der Stimmabgabe in Minneapolis dabei...

Cheers,

John

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BeitragVerfasst: 31. Oktober 2005 10:56 
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gode hat geschrieben:
GerdWS hat geschrieben:
Und noch ein Hinweis an "winnie": Dein Vorwurf, ich sei rassistisch, ist absurd!


Stimmt nicht. Winnie hat nirgends etwas geschrieben, was Deine Persönlichkeit betrifft. Er hat geschrieben, dass eine bestimmte Aussage von Dir ihm zu rassistisch klingt. Es ist ein Unterschied, ob man Aussagen wertet, oder ein Urteil über Persönlichkeiten.


In der Tat hab ich nicht. Ich hab lediglich den Hinweis gegeben, daß das Argument, man könne sich nicht an Kenianern usw. orientieren, in dieser Verkürzung für mich (und sicher nicht nur für mich) einen falschen Beiklang hat. Und ob man den nicht vermeiden solle.

Winnie


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BeitragVerfasst: 31. Oktober 2005 12:21 
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GerdWS hat geschrieben:
Ich bleibe dabei: Die AKK sollte -als nach wie vor selbständige Kirche-
nicht einmal ERWÄGEN, mit den Anglikanern ethischen Fragen zu erörtern.
Dies wäre ein Fass ohne Boden und eine Diskussion ohne Ende, mit der sie sehr schnell vor die Wand fahren würde.


Die deutsche AKK muss also unanhängig von irgendwelchen Einflüssen selbständig über ethische Fragen wie Frauenordination und Homosexualität entscheiden!


Sorry, daß ich Dir schon wieder widersprechen muß:

1.Die Frauenordination ist keine ethische Frage, sondern eine theologische. (Entweder eine theologisch-kirchenrechtliche oder eine theologisch-dogmatische, wie der ggw. Papst glaubt). -Die altkatholische Kirche in Dtl. hat sich dort theologisch entschieden vor einigen Jahren.....

2. Auch die Frage der Homosexualität ist letztlich keine ethische, sondern die Frage nach der Gültigkeit traditioneller Moralkodices.
Und hier muß die akK im Gespräch mit Anglikanern und anderen bleiben. Eine Kirche kann keine Existenz als Monade führen.

Winnie


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BeitragVerfasst: 31. Oktober 2005 13:16 
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JHNewman hat geschrieben:
Hallo Winnie,

im Prinzip sehe ich manches so wie Du, aber an diesen zwei Punkten muß ich doch einhaken:

1. Bei den Bemerkungen um die Kenianer und Tansanianer handelt es sich meines Erachtens nicht um Rassismus. Es ist wirklich eine ernstzunehmende Frage, inwieweit man auf sie noch Rücksicht nehmen soll. Ich würde sogar weiter gehen und fragen, wie lange man sie noch ertragen kann. Ich weiß nicht, wie sehr Du die Vorgänge verfolgt hast in der letzten Zeit, aber die Vorgehensweise der Afrikaner, besonders von ++Akinola waren vollkommen inakzeptabel. Während sie einerseits die Tolerierung von Homosexualität in den westlichen Kirchen anprangern, erlauben sie zum Teil in ihren Kirchen noch die Vielehe und verwehren sich vehement dagegen, daß das jemand kritisiert, weil es sich dabei um eine *kulturelle Frage* handele. Diese Logik verstehe ich nicht.

Noch viel schwerer wiegt aber für mich die Tatsache, daß die Afrikaner (auch hier hat ++Akinola sich wieder hervorgetan) nach der Weihe von +Gene begonnen haben, in der ECUSA Gemeinden abzuwerben und seelsorgliche Funktionen auszuüben. Sie haben damit eines der Grundprinzipien der Kirche seit den frühesten Tagen verletzt und tun das im übrigen fortdauernd immer noch: Kein Bischof darf in der Diözese eines anderen Bischofs intervenieren. Zumindest solange nicht, solange kein Konzil (in diesem Fall die Lambeth Conference) die entsprechende Diözese aus der Kirchengemeinschaft ausgeschlossen hat.

Der Bruch des Kirchenrechts von seiten der ECUSA durch die Weihe von +Gene war schlimm, aber letztlich ein einmaliger Akt. Der Schaden, der innerhalb der Anglican Communion seither durch die unglaublichen Aktionen der Afrikaner entstanden ist, ist imho deutlich größer. Sollte es zu einem Bruch 2008 kommen, liegt die Schuld daran imho mehr auf ihrer Seite als auf der Seite der Amerikaner.

JHN


Den Bruch des Kirchenrechts durch die "Afikaner" durchs Missionieren im Jurisdiktionsbereich des amerikanischen Episkopats finde ich auch unakzeptabel!
Die Argumentation hinsichtlich eigenen Haltung gegenüber Homosexualität und dem Problem der Vielehe ist allerdings nicht ganz so absurd, wie es zunächst den Anschein hat: Die Vielehe ist in der afrikanischen Gesellschaft seit undenklichen Zeiten verwurzelt. Die Homosexualität hat aber nicht mal in unserem Kulturkreis eine positive Tradition. Erst in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts begann in intellektuellen Kreisen ein gewisses Umdenken, und erst in den siebziger und achtziger Jahren erreichte diese Umdenken in den westlichen Ländern eine breitere Bevölkerung.
Dieses Umdenken wird nun von zahlreichen Afrikanern christlicher, muslimischer oder anderer Provenienz als Dekadenzerscheinung des Westens aufgefaßt und daher abgelehnt, ggfs mit religiösen Argumenten.


Dagegen hilft dann nur argumentieren, daß z. B. die Bibelstellen, die traditionell gg. Homosexualität zitiert werden, doch diese Ablehnung nicht begründen, ja auch Zitate der Kirchenväter in bestimmten Kontext zu sehen sind ect.
Und einen langen Atem haben! Vielleicht muß dieser Atem auch noch ein paar Generationen vorhalten.

Winnie


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BeitragVerfasst: 31. Oktober 2005 22:03 
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Lieber Winnie:

Du schreibst oben, Homosexualität sei eine Frage der Gültigkeit traditioneller Moralkodices.

Grundsätzlich danke ich dir, dass du dich so aufopfernd bemühst, den Forumteilnehmern die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch deine Beiträge gelernt und versuche das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen.

Wenn etwa jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, daß es sich dabei um ein Greuel handelt. Ende der Debatte.

Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von dir im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind,

a) Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, daß dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie Soll ich sie niederstrecken?

b) Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre deiner Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

c) Ich weiß, daß ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev. 15:19-24). Das Problem ist, wie kann ich das wissen? Ich hab versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert

d) Lev. 25:44 stellt fest, daß ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, daß würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Kannst du das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?

e) Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt deutlich fest, daß er getötet werden muß. Allerdings: bin ich moralisch verpflichtet ihn eigenhändig zu töten?

f) Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Greuel darstellt (Lev. 11:10), sei es ein geringeres Greuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Kannst du das das klarstellen?

g) In Lev. 21:20 wird dargelegt, daß ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muß zugeben, daß ich Lesebrillen trage. Muß meine Sehkraft perfekt sein oder gibt's hier ein wenig Spielraum?

h) Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev. 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?

i) Ich weiß aus Lev. 11:16-8, daß das Berühren der Haut eines toten Schweines mich unrein macht. Darf ich aber dennoch Fußball spielen,
wenn ich dabei Handschuhe anziehe?

j) Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev. 19:19 weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüberhinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, daß wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Lev. 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Lev.> 20:14)

Lieber Winnie, ich weiß, daß du dich mit diesen Dingen ausführlich beschäftigt hast, daher bin ich auch zuversichtlich, daß du mir weiterhelfen sein kannst.


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BeitragVerfasst: 31. Oktober 2005 22:19 
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GerdWS hat geschrieben:
Lieber Winnie:

Du schreibst oben, Homosexualität sei eine Frage der Gültigkeit traditioneller Moralkodices. [...]


*seufz*

Als ob ich diesen Text nicht schon 1000 Mal gesehen habe (wobei ich zugeben muss, dass ich den Text bisher nur auf Englisch gesehen habe). Auch ich kann Copy-Paste machen, Gerd.

Immerhin. Als Christen (und Heiden bzw. Nicht-Juden) sind wir am Mosaischen Gesetz nicht (mehr) gebunden. Jesus und Paulus haben das reichlich klar gemacht...

Und Du unterstellst winnie eine anti-homosexuelle Stellungnahme, die er gar nicht gemacht hat.

Cheers,

John

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BeitragVerfasst: 31. Oktober 2005 23:31 
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John Grantham hat geschrieben:
GerdWS hat geschrieben:
Lieber Winnie:

Du schreibst oben, Homosexualität sei eine Frage der Gültigkeit traditioneller Moralkodices. [...]


*seufz*

Als ob ich diesen Text nicht schon 1000 Mal gesehen habe (wobei ich zugeben muss, dass ich den Text bisher nur auf Englisch gesehen habe). Auch ich kann Copy-Paste machen, Gerd.

Immerhin. Als Christen (und Heiden bzw. Nicht-Juden) sind wir am Mosaischen Gesetz nicht (mehr) gebunden. Jesus und Paulus haben das reichlich klar gemacht...

Und Du unterstellst winnie eine anti-homosexuelle Stellungnahme, die er gar nicht gemacht hat.

Cheers,

John


Achja, der Gerd mißversteht halt gern.

-Obwohl, die Copy an die richtige Adresse geschickt, immer noch herrliche Reaktionen auslöst. :) :) 8)

Daß das mosaische Gesetz für Christen nicht mehr gültig ist, dürfte allerdings auch in den meisten konservativen christlichen Denominationen , bishin in den evangelikalen Bereich, Allgemeingut sein. Bei unseren afrikanischen Anglikanern erst recht. Die werden sich dann eher auf den "Lasterkatalog" 1Kor 6,9f und andere vorwiegend paulinische Stellen berufen, und/oder eben auf die Tradition.

Und dann, lieber Gerd, hilft keine Pesiflage, sondern nur beharrliches, geduldiges Argumentieren gegen homophobe Vorurteile und "Theologien".

Winnie

PS: Kleiner Literaturhinweis vom Buchhändler :lol:
Valeria Hinck, Streitfall Liebe -Biblische Plädoyers wider die Ausgrenzung homosexueller Menschen Claudius-Verlag
Ganz brauchbare Argumentationshilfe von einer lesbischen Medizinerin,
die sich in evangelikalen Kreisen behaupten mußte.


:)


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BeitragVerfasst: 1. November 2005 00:13 
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Ich kenne Valeria Hinck persönlich.

Ihr Buch ist wohl in erster Linie etwas für evangelikal/pietistisch sozialisierte Schwule und Lesben, also für Leute, die gerne biblizistisch argumentieren, weniger für (Alt-)Katholiken.


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BeitragVerfasst: 1. November 2005 01:26 
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Zitat:
Ich kenne Valeria Hinck persönlich.
Schön, für Dich!

Richtig, es ist ein Buch aus dem evangelikalen Umfeld -wie ich ja bereits schrieb :) Allerdings richtet es sich allerdings wohl mehr an den familären und freundschaftlichen Anhang der Betroffenen.

Das Buch für (Alt)Katholiken mußt Du dann wohl selbst schreiben. :)


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BeitragVerfasst: 1. November 2005 10:01 
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Ein Buch für schwule Alt-Katholiken muss nicht mehr geschrieben werden, denn das gibt es schon:

Peter Bürger: Da war unser Mund voll Lachen.

Leider ist Peter Bürger in der Zwischenzeit wieder römisch-katholisch geworden...


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BeitragVerfasst: 2. November 2005 10:57 
GerdWS hat geschrieben:
Ein Buch für schwule Alt-Katholiken muss nicht mehr geschrieben werden, denn das gibt es schon:

Peter Bürger: Da war unser Mund voll Lachen.

Leider ist Peter Bürger in der Zwischenzeit wieder römisch-katholisch geworden...


Kenn ich. Fand es nur ein wenig "mager" in seiner theol. Argumentation und historischen Aufarbeitung. Keine große Argumentationshilfe für schwule Katholiken.
Ich weiß nicht, ob er mal versucht hat, es in einem richtigen Verlag unterzubringen. Aber könnte mir vorstellen, daß es einige Verlage auch deshalb ablehnen würden /abgelehnt haben . Verlegt ist es dann wohl 1996 im Eigenverlag. (Und damirt auf dem Markt praktisch nicht präsent.)

Außerdem ist mir unverständlich, wie man sich wieder freiwillig unter römische Jurisdiktion begeben kann.

Winnie
PS:
Allerdings bewegen wir uns allmählich wieder aus dem Thread
"Spaltung in der AC" heraus.


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BeitragVerfasst: 2. November 2005 19:21 
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Gode:

Ich bin der Meinung, dass man in einem Forum ruhig alles etwas überspitzt formulieren darf, sonst wird es ja langweilig und keiner reagiert mehr...

Das Grundproblem scheint mir allerdings zu sein, dass wir 31 Leute hier im eigenen Saft schmoren. Da bekommt dann schon mal ein Nebensatz einen Stellenwert, der höher ist als vom Verfasser gedacht.

Jeder wartet darauf, dass man eine Bemerkung findet, über die man was schreiben kann - ich suche dann eben bei Winnie einen Hinweis auf eine evtl. vorhandene unterschwellige Homophobie und Winnie und du sucht bei mir Hinweise auf den Schwulenaktivisten (der ich gar nicht bin).

Schon mal gut, dass es hier keine alt-katholischen Kampf-Lesben gibt....

Also, es bringt alles nichts - wir brauchen mehr Mitglieder im Forum, dann wir auch alles wieder entspannter.


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BeitragVerfasst: 3. November 2005 22:55 
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GerdWS hat geschrieben:
Gode:

Ich bin der Meinung, dass man in einem Forum ruhig alles etwas überspitzt formulieren darf, sonst wird es ja langweilig und keiner reagiert mehr...

Das Grundproblem scheint mir allerdings zu sein, dass wir 31 Leute hier im eigenen Saft schmoren. Da bekommt dann schon mal ein Nebensatz einen Stellenwert, der höher ist als vom Verfasser gedacht.

Jeder wartet darauf, dass man eine Bemerkung findet, über die man was schreiben kann - ich suche dann eben bei Winnie einen Hinweis auf eine evtl. vorhandene unterschwellige Homophobie und Winnie und du sucht bei mir Hinweise auf den Schwulenaktivisten (der ich gar nicht bin).

So,sotueichdas?

Schon mal gut, dass es hier keine alt-katholischen Kampf-Lesben gibt....

Also, es bringt alles nichts - wir brauchen mehr Mitglieder im Forum, dann wir auch alles wieder entspannter.


Na dann laßt uns mal losholzen, wenn `s der guten Sache dient! :lol: :lol: :lol:

Winnie


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BeitragVerfasst: 28. November 2005 18:16 
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Ich bin mit Gode einer Meinung, daß sich die Kirche (und zwar egal welche) nicht vor den politischen Karren spannen lassen sollte.

Allerdings sind die Konsequenzen, die ich daraus ziehe etwas andere als du es vermutlich gemeint hast, Gode!

Diejenigen, die hier ihr politisches Süppchen kochen, sind in meinen Augen die Eiferer, die gegen die Weihe von Gene Robinson hetzten und hetzen. (Ich meine wirklich die Eiferer, nicht diejenigen, die wohlüberlegte Bedenken äussern)

Spätestens seit der unrühmlichen Affaire um den designierten Bischof von Reading Jeffrey John ist ja klar, daß es nicht um die Sache geht, denn was könnte in der Sache gegen einen zölibatär lebenden Homosexuellen vorgebracht werden?

Man kann nun durchaus diskutieren, ob die Weihe von Gene Robinson "vernünftig" war, ob man nicht besser darauf verzichtet hätte oder ähnliches, aber wenn man dann zu dem Schluß kommt, zu dem die Diözese von New Hampshire gekommen ist, daß nämlich Gene Robinson der richtige Bischof für sie ist, dann hat es nichts mit "vor den politischen Karren spannen" zu tun, wenn man diese Entscheidung respektiert.

Wenn man davon ausgeht, daß der Heilige Geist solche Entscheidungen beeinflusst, muss man damit leben können, kann man es nicht, stellt man entweder das Wirken des Geistes in Frage oder man gehört zu der (leider weit verbreiteten) Sorte Menschen, die die Erfüllung der eigenen Vorstellungen mit dem Wirken des Heiligen Geistes verwechseln.

Somit ist für mich klar, auf welcher Seite in diesem Fall der Heilige Geist und auf welcher der politische Karren zu suchen ist, und das schreibe ich nun nicht als selbst Schwuler, sondern weil es einfach meinem Verständnis von Kirche widerspricht, wenn man wegen so etwas aktiv an der Zerstörung der Kirche arbeitet, wie das ja manche in Amerika und vor allem auch Afrika tun.

Werner


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BeitragVerfasst: 28. November 2005 22:26 
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Werner hat geschrieben:
Diejenigen, die hier ihr politisches Süppchen kochen, sind in meinen Augen die Eiferer, die gegen die Weihe von Gene Robinson hetzten und hetzen. (Ich meine wirklich die Eiferer, nicht diejenigen, die wohlüberlegte Bedenken äussern)
Werner


Hallo Werner, wenn meinst Du denn mit "hier".

Ich kann ja verstehen, daß Du als Schwuler da einiges anders siehst als Gode oder ich. Und wie Du wahrscheinlich aus den verschiedenen Threads weißt, halten wir die angesprochene Reaktion der afrikanischen Anglikaner für unakzetabel. Deiner Argumentation bezüglich der Wahl von Bischof Gene Robinson kann ich doch nicht ganz folgen:
Man wählt "für sich" halt nicht einen Bischof wie man sich einen Parteichef, Vereinsvorsitzenden usw.wählt oder einen Hausmeister anstellt, sondern man wählt jemanden, der ausdrücklich für die Einheit mit den anderen Kirchen stehen soll. Das ist nämlich die eine Hälfte seines Jobs.
Und wenn aus der AC der ausdrückliche Wunsch geäußert wird, den Schritt nicht zu tun, um halt die Einheit nicht auf´s Spiel zu setzen, dann spätestens sollte diese Dimension einer Bischofswahl begriffen worden sein.

Außerdem halte ich es für eine äußerst kühne Behauptung, daß jede diözesankirchliche (Personal)Entscheidung durch den Heiligen Geist inspiriert sei. Für mein Verständnis kann der Heilige Geist nur für konziliare Entscheidungen der Gesamtkirche in Anspruch genommen werden. (Also in diesem Fall weder von den GR-Wählern noch von ihren Gegnern.)

Wichtiger als die Durchsetzung schuler Galionsfiguren scheint mir zu sein, in den nächsten Jahrzehnten zu einer Implanation einer Positivbewertung der Homosexualität in die christliche Tradition zu kommen. Das kann lange dauern, weil christliche Gemeinden nicht wirklich die Avantgard der Gesellschaft sind sondern eher Traditionsvereine.
Es kann gelingen, es kann aber auch gründlich schiefgehen. Die Wahl von Gene Robinson ist für mich ein Beispiel, wie man sowas gründlich vermaselt.


Winnie,
der zwar heterosexuell ist, aber eine ganze Reihe lesbischer und schuler Menschen zu seinen engsten Freunden zählt


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