Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 22. Februar 2006 00:22 
Laienforum 2004 in Linz, Österr., über Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

Hallo liebe Mensch-und-Kirche Fans!

Hier ein kleiner Auszug aus den Ergebnissen des Laienforums über das Hinausgehen in die weite Welt der Öffentlichkeit :lol: .

Wer mehr lesen will, gehe am besten auf die Webseite laienforum.info.

Viele Grüße von
Johannes aus München




Internationales Altkatholisches Laienforum 2004
Wie bekommt unsere Alt-Katholische Kirche ein Gesicht
Zusammenfassung der Ergebnisse vom 12.-15.08.2004 in Linz:
Wir müssen den Dialog wagen und unsere Öffentlichkeitsarbeit professionell gestalten, um Wachstumskirche zu werden.


1. Ziele der Öffentlichkeitsarbeit

• Hauptziel ist, unsere Kirche der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
• Weil wir von der Wichtigkeit und Notwendigkeit unserer Art von Kirche überzeugt sind, wünschen wir uns eine Wachstumskirche, damit sie in Zukunft verstärkt wirken kann.
• Die Informationen, die wir weitergeben, sollen das „Gesicht“ unserer Kirche zeigen. Sie sollen einladen, den Kontakt zur altkatholischen Kirche zu suchen.

2. Zielgruppen der Öffentlichkeitsarbeit

• Religiös Suchende im „luftleeren“ Raum, die von ihrer Konfession enttäuscht oder distanziert sind.
• Qualitatives Wachsrum ist dabei zu beachten: ein Einwurzeln der neu Hinzukommenden muss ermöglicht werden, in die Mitglieder muss investiert werden und die Identität der altkatholischen Kirche muss mittelfristig gestärkt werden.
• Wenn wir wachsen wollen, dürfen wir aber keine Vorbehalte gegen bestimmte Menschengruppen haben.
• Wir dürfen uns nicht auf die Abgrenzung von der römisch-katholischen Kirche beschränken (wir sind nicht …), sondern weisen auf unsere positiven Merkmale hin (wir sind …).
• Wir haben auch ein Angebot für Menschen, z.B. aus protestantischen Kirchen, sie sinnliche liturgische Erfahrungen suchen.
• Eine bedeutende Zielgruppe ist die der spirituell Suchenden ohne Konfession .
• Jugendarbeit ist für eine Wachstumskirche besonders wichtig.
• Innerkirchlich wendet sich die Öffentlichkeitsarbeit auch an die Mehrzahl der Mitglieder, die nicht regelmäßig den Kontakt in der Messfeier und in altkatholischen Gruppen suchen.
• Von der Vielzahl wichtiger innerkirchlicher Zielgruppen seien die haupt- und nebenamtlichen kirchlichen Mitarbeiter, der Bund altkatholischer Frauen, Studenten, …. beispielhaft erwähnt.

3. Träger der Öffentlichkeitsarbeit

• Beauftragte der Diözese
• Ansprechpartner in allen Ortsgemeinden
• Jede kirchliche Gruppe
• Jedes aktive Kirchenmitglied ist Öffentlichkeitsarbeiter!

4. Kanäle der Öffentlichkeitsarbeit: Vom Kirchen- zum Internet-Portal

• Öffentlichkeitsarbeit muss über die gesamte Spannweite aller Kanäle laufen, vom Kirchenportal bis zum Internetportal.
• Es beginnt mit der deutlichen und ansprechenden Beschilderung und Kennzeichnung unserer Kirchen als „altkatholisch“.


Es beginnt mit der Beschilderung unserer Kirchen als „altkatholisch“, mit der Angabe der Gottesdienstzeiten, mit dem Hinweis auf „Eucharistie für alle“. Die Kirchen sollen möglichst auch außerhalb der Gottesdienste geöffnet werden.

Besonders junge Menschen suchen Erstinformation im Internet. Unsere Internetauftritte müssen zielgruppengerecht und aktuell gestaltet werden.

Wichtig ist das Gespräch, der persönliche Zugang zur altkatholischen Kirche über Mitglieder. Jedes Mitglied ist Öffentlichkeitsarbeiter im weitesten Sinn!

Der Kontakt zu Medienschaffenden (Presse, Rundfunk, Fernsehen) muss gesucht und gepflegt werden.
Bekanntmachungen von Gottesdiensten und Veranstaltungen in den Medien sollen mit dem Hinweis versehen werden: „Auch als Nichtmitglied sind Sie herzlich willkommen.“
Berichte über Erzählenswertes sollen uns als lebendige Gemeinschaften darstellen. Es kommt darauf an, was für unsere Adressaten interessant ist.

Ansprechendes Informationsmaterial muss zur Hand sein. Verschiedene Aktionen brauchen verschiedene zielgerichtete und kreative Mittel: Faltblätter, Postkarten, Aufkleber, CD mit Bildschirmschoner ….. Form und Inhalt müssen aufeinander und auf die Zielgruppe abgestimmt sein.
Auch in neutralen oder konfessionsübergreifenden Informationsmedien soll unsere Kirche/Gemeinde vertreten sein (Hinweise auf Pfarramt, Kirche, Gottesdienstzeiten in Fremdenführern oder ökumenischen Informationsblättern).

Die Informationen, die wir weitergeben, sollen unsere Alleinstellungsmerkmale herausstreichen. Welche Information über die Kirche müssen wir anbieten?

Christliches Grundwissen fehlt immer mehr Menschen. Wir müssen dieses Defizit überbrücken, aber darüber hinaus das spezifische Profil der alt-katholischen Kirche vermitteln:

Wir sind eine christliche, ökumenisch gesinnte, Kirche
 Synodal – demokratisch – tolerant
 Gewissensfreiheit („mit gutem Gewissen katholisch sein“)
 Priesterweihe für Frauen
 Kein Zwangszölibat
 Freie Wahl des Bischofs
 Wiederverheiratung Geschiedener
 Eucharistie für alle
 Wir bieten, was Römisch-Katholische sich wünschen. Die Forderungen des Kirchenvolksbegehrens in Deutschland und Österreich sind bei uns erfüllt.
 Spezifische Beratungsangebote in schwierigen Lebenslagen


Wir dürfen jedoch nicht bei der Information stehen bleiben, sondern müssen den Dialog wagen und unsere Öffentlichkeitsarbeit professionell gestalten, um Wachstumskirche zu werden.


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BeitragVerfasst: 3. März 2006 00:51 
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Registriert: 2. Februar 2006 01:12
Beiträge: 103
Wohnort: München
:?:

Jetzt hätte ich mir doch mal eine Diskussion aus den gut vierzig Alt-Katholischen Gemeinden allein im Bistum Deutschland über den Stand ihrer Öffnung oder ihre Abschotttung nach außen erwartet, so wie Ihr das empfindet und beobachtet ... oder sind wir uns schon so selbst genug, dass nicht einmal mehr eine Diskussion aufkommt?

Meine These: Die Voraussetzung einer Wachstumskirche ist eine lebendige und weltoffene Gemeinde!

Viele Grüße von
Bonus


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BeitragVerfasst: 3. März 2006 01:17 
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Moderator

Registriert: 30. September 2005 18:55
Beiträge: 3662
Wohnort: Köln
Bonus hat geschrieben:
:?:

Jetzt hätte ich mir doch mal eine Diskussion aus den gut vierzig Alt-Katholischen Gemeinden allein im Bistum Deutschland über den Stand ihrer Öffnung oder ihre Abschotttung nach außen erwartet, so wie Ihr das empfindet und beobachtet ... oder sind wir uns schon so selbst genug, dass nicht einmal mehr eine Diskussion aufkommt?

Meine These: Die Voraussetzung einer Wachstumskirche ist eine lebendige und weltoffene Gemeinde!

Viele Grüße von
Bonus


:lol: Gemach! Gemach! Diskussionen im Forum müssen sich auch entwickeln, sie sind nicht zu erzwingen.
Vielleicht sind die Texte ja auch zu umfassend, wohlmeinend und richtig, als das man so spontan was sagen könnte. :wink:

Winnie


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 Betreff des Beitrags: Danke
BeitragVerfasst: 13. März 2006 17:17 
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Registriert: 2. Februar 2006 01:12
Beiträge: 103
Wohnort: München
Danke Winnie :)

Und wer hat die erste Umsetzungsidee?!

Hinweis
In Münchener Gemeinde gibt es seit Neuestem ein Besucherkonzept (z.B. für die Wanderausstellung des Deutschen Bistums zur Alt-Katholischen Kirche oder zu Veranstaltungen bei einer neuen Orgel oder zu Renovierung der Kirche oder ... ), das unlängst unter dem Titel "Confessio-Tag" erarbeitet wurde:


 Betreuer der Ausstellungstermine organisieren.

 Anreize vor Ort: Plakat-Ständer mit (Offene Kirche-)Plakat aufstellen, Strahler durch Kirchenfenster, Kerzen vor dem Eingang usw.

 Bitte abwarten, ob Besucher Gespräch wünscht.

 Zuerst vom Besucher seine Befindlichkeit/Vorstellungen in Erfahrung bringen (= non-direktive Gesprächs-Führung).

    1. Selbstbewusst auftreten, ohne zu verschrecken (Körpersprache)
    2. Erkennen, wann der Besucher reden will
    3. Erfahren, was den Besucher umtreibt
    4. Einwände behandeln
    5. Warum unsere Kirche wichtig ist (Unsere Werte und Merkmale)

 Eine Welt Verkauf oder andere Zusatzservices


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11. Juli 2006 16:03 
Hallo Johannes,

das Ergebnis des Laienforum 2004 in Linz über Werbung und Öffentlichkeitsarbeit ist beeindruckend. Es liest sich wie ein Programm, dass man in den Gemeinden mehr oder weniger direkt umsetzen kann.

Die vergangenen Monate waren eine schwere Zeit für viele Gemeinden!Ich kann es daher verstehen, wenn viele Beiträge hier im Forum untergegangen sind und kaum Antworten eingehen. Ich bin z.B. erst heute dazu (!) gekommen, mal in Deinen Beiträgen über das Laienforum zu stöbern, was sonst total untypisch ist für mich. Aber Deine Beiträge sind genau in der Zeit gepostet worden, als ich selber sehr belastet war (habt Ihr ja alle mitgekriegt). Wenn es anderen im Moment genauso geht, kann ich verstehen, dass gute und wichtige Beiträge unkommentiert bleiben.

Die Sache verdient es aber, weitergetragen zu werden. Die Positionen sind gut und umsetzbar. Es muss einfach verstärkt um Mitstreiter geworben werden, die sich den einen oder anderen Positionspunkt in ihren Gemeinden annehmen. Bei uns gibt (gab) es z.B. eine Arbeitsgruppe \\"altkatholische Identität\\" - in solchen AGn sollte das Ergebnis vorgestellt und dessen Umsetzung zur Diskussion gestellt werden.

Wenn wir unsere aktuellen Probleme in unserer Gemeinde mal wieder im Griff haben (uns ist gerade der Pfarrer weggelaufen, hi), dann rege ich das mal an.

LG
Gode


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 Betreff des Beitrags: Danke lieber Gode
BeitragVerfasst: 16. Juli 2006 15:52 
Offline

Registriert: 2. Februar 2006 01:12
Beiträge: 103
Wohnort: München
Vielen Dank für das Lob über die Ergebnisse des Laienforums!

Deine Anregung zum Austausch der Ergebnisse und Umsetzungen der Arbeitsgruppen zum weiten Thema Öffentlichkeitsarbeit/Identität und ähnliches teile ich!

Es gibt doch den bundesweiten AK zur Öffentlichkeitsarbeit in der a.k. Kirche, dies wäre ein Forum, an dem der Austausch der Gruppen stattfinden kann.

Herzlichen Gruß
Bonus
---------------
FOTOS: http://laienforum.info/images/pps/2004-fotos.pps
„Laienforum“ bedeutet auch, andere Länder „von innen her“ kennen lernen. Wie schön es doch ist, ein Land von ansässigen Freunden gezeigt zu bekommen. Neben dem Sehenswerten erlebt man dann auch das Liebenswerte: urige Lokale, die Gastfreundschaft der Ortgemeinde, Lebensart der Region …


Neben den Sehenswürdigkeiten in LINZ (Österreich) und Ausflügen (hier zu Anton Bruckners St. Florian) erlebten wir 2004 auch einen gemütlichen Heurigen weitab von Touristenströmen, Gespräche hoch am Pöstlingberg mit Blick auf die Donau, ein Bad in einem kleinen Weiher nahe der Unterkunft .....

Im inhaltlichen Teil trugen wir zunächst in Ländergruppen unsere Erfahrungen mit kirchlicher Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zusammen und tauschten sie aus. So tritt beispielsweise die junge tschechische Kirche mit ihren Sozialprojekten hervor, die niederländische mit umfangreichem Informationsmaterial, in der Schweiz gibt es eine vorbildliche Pressearbeit und aus Deutschland berichteten wir von vielfältigen Veranstaltungen.

Der österreichische Ländervertreter Peter Kronewitter und Lisbeth Borer aus der Schweiz moderierten dieses Laienforum. Die Eröffnungsmesse und –ansprache hielt der österreichische Bischof Bernhard Heitz. In einem gemütlichen Heuriger (Weinlokal) weitab von Touristenströmen trafen wir Vertreter anderer Kirchen.

Daneben kommt das Gebet nicht zu kurz. Jede Landesgruppe gestaltet eine Feier, im Dom oder in einer Kapelle; mal mit abwechselnden Impulstexten, mal mit Musik; mal mit Tanz, mal mit Stille.

In der Abschlussmesse war Kreativität gefragt: Interviews, Einzug mit "trommelnden Pilgerschuhen", ein Fisch, gestaltet aus vielen Einzelzeichnungen und danach wurden wir durch die altkatholische Linzer Gemeinde herzlich empfangen und bewirtet!

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