Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 17. Juni 2011 17:33 
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:stop: Ich hoffe, wir erhalten jetzt hier bei einer so wichtigen Diskussion keine homophobe Tendenz in den Beiträgen!

Insgesamt halte ich die Beurteilung von Aldo für zu kurz gesprungen und ggf. nicht immer für sachbezogen, da ich die sexuelle Neigung des Einzelnen nicht allein oder vorraussetzend für die von Noe beschriebenen Mängeln verantwortlich machen kann. Noe hat zwar ausführlich und vielleicht richtig die Probleme herausgearbeitet, aber leider nur ergebnisbezogen dokumentiert.
Es fehlen die jeweiligen Hintergründe zur genauen Analyse!

Ich bin regelmäßiger Leser des Bonner Generalanzeigers (GA) und der Neuen Osnabrücker Zeitung und diese schreiben ausführlich über Entwicklungen in den großen Kirchen (der GA insbesondere über die Diözese Köln) und was ich so lesen muss ist auch nicht anders als bei der UU oder sogar zum Teil komplizierter - ganz einfach, es "menschelt".

Ein wichtiger und richtiger Hinweis ist jedoch, daß die Utrechter Union zukünftig vorsichtiger und genauer analysieren muss, ob die eine oder andere Verbindung für sie nützlich ist und dies wurde bereits von den Verantwortlichen erkannt und wird sicherlich zukünftig umgesetzt, zumindest interpretiere ich so die Aussagen und Entscheidungen der letzten Zeit in der UU...


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 17. Juni 2011 18:04 
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Amtskirche makellos, Wanderpriester dubios? Na hallo: Es menschelt doch aller Orten! Kann man vlt. mal auf Inhalte und Personen schauen - nicht auf äußere Zusammenhänge. Diese könnten ein Deckmantel sein oder ein falsches Bild abgeben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 17. Juni 2011 23:43 
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Aldo1 hat geschrieben:
Diese erschreckenden Beispiele zeigen, dass die altkatholische Kirche viel straffer geführt werden müsste.


Ein Beispiel:
Ein ehemaliger Anglikaner, der Priester der russischen Auslandskirche ist, hat - so lautet der Vorwurf - auf einer Facebook(Gruppen-)Seite Amtsbrüder (aus einer anderen Jurisdiktion?) verächtlich gemacht und verleumderisch über sie geschrieben. Am 5.Mai 2011 wurde er vom zuständigen Vorgesetzten verwarnt und am 23. Mai suspendiert, mit der Ankündigung, wenn er keine aufrichtige und nicht geheuchelte Reue zeigt, wird der Fall vor den geistlichen Gerichtshof seiner Diözese gehen. [Das Schreiben des Metropoliten liegt mir vor.]

Aldo1 hat geschrieben:
Warum das so ist, darüber kann man lange diskutieren. Bemerkenswert ist, dass nach einer früheren Untersuchung (die mir zur Zeit nicht vorliegt), aber auch nach meinen eigenen Beobachtungen, sicherlich 80-90 % dieser Vaganten schwul sind. Bei einigen dieser "Kirchen" steht schon gleich auf der ersten Seite im Internet, dass "alle" willkommen sind und es keine Diskriminierung "aufgrund der sexuellen Orientierung" gibt.

Man muss also das Thema Vaganten und Homosexualität gemeinsam betrachten, wenn man eine Lösung finden will.
Einen solchen Zusammenhang kann ich nicht erkennen.

Aldo1 hat geschrieben:
Obwohl es auch in der AKK einige ganz hervorragende schwule Priester gibt, die zu keinerlei Kritik Anlass geben, hat auch die AKK in der Vergangenheit mit schwulen Klerikern, sagen wir man, Enttäuschungen erlebt. Einige dieser Leute haben die AKK aber inzwischen wieder verlassen.
Ja, da wäre noch das Beispiel Christian Halamas, der die Altkatholische Kirche Österreichs verlassen hat (und einer der besten Kenner ihrer Geschichte ist), nun freischaffener altkath. Priester ist und kurioserweise mit dem "Generalvikar" der Bacinsky-Kirche in Wien konzelebriert(e), obwohl diese slowakische Gemeinschaft ja angeblich wegen FO und HS-Akzeptanz die UU verlassen hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 17. Juni 2011 23:47 
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noe hat geschrieben:

Und was Konflikte angeht, scheut man sich diese offen anzusprechen, sondern geht (ging) diesen aus dem Weg..nach dem Vorbild der drei japanischen Affen (Augen, Ohren, Mund zu).

Versucht man sich einen Überblick zu verschaffen, so ist dieser niederschmetternd:
1. Auflösung des Franziskushof mit finaziellem Debakel
2. Abtei St. Severin - weg

Monastische und kommunitäre Experimente sind somit in der AKD als gescheitert zu erachten. Nun gibt es noch zwei Solitäre (oder drei, wenn man den OPR-Priester mitzählt), aber das ist und kann kein Ersatz für ein Kloster oder eine Kommunität sein.


Soviel ich weiß, zwei OPR-Priester: Altabt Peter und Pater Michael. Und soweit ich mich erinnern kann, gibt es noch auch einen AK Franziskaner (ob er noch nach der Ordensregel lebt, weiß ich nicht).

noe hat geschrieben:
3. Slowakische Kirche unter Bacinsky - weg wegen Vagantismus
4. Italienische Mission - Zerfall und Vagantismus
5. Schweden: eine "Befreiungskirche mit lila Touch" - könnte am besten - wegen mangelnder inhaltlicher Differenz - in die eheml. Staatskirche zurückgeführt werden)
6. Offenes Schisma in Polen (was leider kaum Beachtung findet, bis auf die Stellungnahme von Prof. von Arx vor einiger Zeit in CH). Was dort als PNCC in Polen firmiert, macht allerdings auch einen - vornehm ausgedrückt - merkwürdigen Eindruck


Ergänzung :

7. Der Fall der Old Catholic Church of British Columbia
8. Der Versuch mit der Altkatholischen Bischofskonferenz in den Vereinigten Staaten von Amerika

Und früher:

9. Der Abschied von der PNCC.
10. Der Abschied von der Christkatholischen Mission in Italien (Padre Caroppo und seine Anhänger).


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 18. Juni 2011 08:56 
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Aus allen diesen Beispielen schließe ich, dass es kontraproduktiv ist, immer neue altkatholische Gruppen und Grüppchen abzusegnen. Die gewachsenen ak Kirchen in Mitteleuropa haben ihren Platz, aber Neugründungen sind wenig sinnvoll.

Was bleibt? Die engere Zusammenarbeit mit der großen und seriösen Anglikanischen Kirche! Diese wiederum müsste endlich klären, was sie im nichtenglischsprachigen Ausland sein will - weiterhin eine englischsprachige Auslandsgemeinde, wo Angelsachsen ihr Heimweh stillen können (was völlig legitim ist) oder eine Weltkirche, offen für alle Völker und Sprachen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 18. Juni 2011 09:40 
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John Der Echte

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Aldo1 hat geschrieben:
Was bleibt? Die engere Zusammenarbeit mit der großen und seriösen Anglikanischen Kirche! Diese wiederum müsste endlich klären, was sie im nichtenglischsprachigen Ausland sein will - weiterhin eine englischsprachige Auslandsgemeinde, wo Angelsachsen ihr Heimweh stillen können (was völlig legitim ist) oder eine Weltkirche, offen für alle Völker und Sprachen.


Letzteres ist längst der Fall. In den anglikanischen Gemeinden in Deutschland herrscht seit langem ein buntes Völkergemisch mit Mitgliedern aus allen Erdteilen. Die einzige Hürde, die man noch nicht genommen hat, ist die der deutschen Sprache.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 18. Juni 2011 09:51 
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JHNewman hat geschrieben:
Aldo1 hat geschrieben:
Was bleibt? Die engere Zusammenarbeit mit der großen und seriösen Anglikanischen Kirche! Diese wiederum müsste endlich klären, was sie im nichtenglischsprachigen Ausland sein will - weiterhin eine englischsprachige Auslandsgemeinde, wo Angelsachsen ihr Heimweh stillen können (was völlig legitim ist) oder eine Weltkirche, offen für alle Völker und Sprachen.


Letzteres ist längst der Fall. In den anglikanischen Gemeinden in Deutschland herrscht seit langem ein buntes Völkergemisch mit Mitgliedern aus allen Erdteilen. Die einzige Hürde, die man noch nicht genommen hat, ist die der deutschen Sprache.






NEIN! Das scheint nur so! Die anglikanischen Gottesdienste in Deutschland sind ur-britisch und gehen nicht im Geringsten auf die deutsche Mentalität ein. Die Besucher sind in dieser britischen Mentalität aufgewachsen (Commonwealthländer) oder passen sich dieser Mentalität kritiklos an (junge deutsche Besucher).

Die Tatsache, dass die anglikanischen Gemeinden in Deutschland nicht bereit sind, Gottesdienste auch in deutscher Sprache abzuhalten, zeugt von einer Mischung aus Naivität und Arroganz nach dem Motto "Es sprechen ja sowieso alle Englisch".

Noch einmal: Das ist auch ihr gutes Recht. Jedes größere Volk hat Auslandsgemeinden in seiner Sprache.

Wenn die Anglikanische Kirche aber wirklich international werden will, geht das nur durch Angebote in den Nationalsprachen und durch einheimische (verstärkt altkatholische?) Priester.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 18. Juni 2011 11:32 
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Wie machen das eigentlich die orthodoxen Gemeinden hierzulande? Sind das alles deutschsprachige Gottesdienste?

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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 18. Juni 2011 12:05 
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John Der Echte

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Aldo1 hat geschrieben:
NEIN! Das scheint nur so! Die anglikanischen Gottesdienste in Deutschland sind ur-britisch und gehen nicht im Geringsten auf die deutsche Mentalität ein. Die Besucher sind in dieser britischen Mentalität aufgewachsen (Commonwealthländer) oder passen sich dieser Mentalität kritiklos an (junge deutsche Besucher).



Das stimmt natürlich nicht. Ich war einige Jahre lang Mitglied des Gemeindevorstandes einer anglikanischen Gemeinde in Deutschland und kann daher einigermaßen beurteilen, was da läuft.

Nur ein Teil der Gemeinden in Deutschland ist Teil der C of E, ein anderer Teil gehört zur amerikanischen Episkopalkirche. Für die Gemeinden Episkopalkirche gilt ohnehin nicht, daß sie 'britisch' seien. Meine Gemeinde gehörte zwar zur C of E, jedoch waren über Jahre hinweg Priester der Church of South India dort die Chaplains. Die Gemeindemitglieder kamen aus wirklich allen Erdteilen, da waren nicht nur Europäer, sondern auch Afrikaner, Inder und Asiaten - viele von ihnen noch nicht einmal Anglikaner in ihren Heimatländern. Natürlich gab es eine gewisse Dominanz anglo-amerikanischer Einflüsse (schon der Sprache wegen), aber der internationale Einfluß war ganz deutlich spürbar und in zahlreichen Gemeindeveranstaltungen sichtbar. Der jetzige Priester ist übrigens Amerikaner - und die Gemeinde hält auch regelmäßig zweisprachige gemeinsame Gottesdienste mit den örtlichen Alt-Katholiken. Abgesehen von den Spezialitäten unserer Gemeinde war die Situation in den anderen anglikanischen Gemeinden nicht grundsätzlich anders. Das sieht man auch schnell, wenn man sich einmal die Mühe macht, sich die Webseiten der anderen Gemeinden der CAECG anzusehen. Eine besondere Berücksichtigung der dt. Mentalität gibt es freilich nicht, das wäre auch ganz und gar unsinnig. Da aber scheint mir der Hase im Pfeffer zu liegen, wenn es um Deine Kritik geht: Du schreibst 'international', aber Du meinst eigentlich 'deutsch'.

Zitat:
Die Tatsache, dass die anglikanischen Gemeinden in Deutschland nicht bereit sind, Gottesdienste auch in deutscher Sprache abzuhalten, zeugt von einer Mischung aus Naivität und Arroganz nach dem Motto "Es sprechen ja sowieso alle Englisch".


Das ist völliger Unsinn. Die Gründe liegen ganz woanders, nicht aber in Arroganz. Zunächst einmal kommen in den anglikanischen Gemeinden viele Menschen zusammen, die kein Deutsch können. Englisch ist die gemeinsame Sprache dieser Gemeinden, nicht Deutsch. Viele der Menschen, die zu diesen Gemeinden gehören, leben nur für kurze Zeit in Deutschland und haben gar nicht die Chance, Deutsch zu lernen. Während die dort zugehörigen Deutschen sonntags die Wahl zwischen deutschen und englischsprachigen Gottesdiensten haben, können diese Menschen nicht wählen. Die Liturgie in der englischen Sprache ist die einzige Möglichkeit für sie, überhaupt an einem Gottesdienst teilzunehmen. Daher ist es es zunächst einmal die Aufgabe dieser Gemeinden, das Grundbedürfnis zu befriedigen. Wer eine deutsche Liturgie will, kann auch woanders hingehen, meist gibt es eine alt-katholische Gemeinde vor Ort.

Würden die anglikanischen Gemeinden nun beginnen, konsequent Angebote in dt. Sprache zu haben, würden sie sich damit klar als eigene Denomination neben Ev. Kirche, Altkatholiken und römischen Katholiken in Deutschland positionieren. Das geht nicht und ist auch nicht gewollt. Ein solcher Schritt könnte sinnvoll nur gemeinsam mit den Alt-Katholiken geschehen. D.h.: Konsequente Einbindung der bestehenden anglikanischen Gemeinden in das Bistum der Alt-Katholiken (oder umgekehrt). Gemeinsame bischöfliche Aufsicht, jede Gemeinde vor Ort entscheidet dann, welche Angebote sie in welcher Sprache macht. Ich bin davon überzeugt, daß es für einen solchen dt. Zweig der Anglikaner großes Interesse gäbe, aber die Initiative kann nicht allein von den angl. Gemeinden ausgehen. Ein Modell - ich hatte es schon anderswo erwähnt - könnte die Einbindung der fremdsprachigen methodistischen Gemeinden in die Strukturen der dt. Ev.-meth. Kirche sein. Ich bin der Meinung, daß auch die dt. Altkatholiken von einer solchen Entwicklung auf Dauer profitieren würden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 18. Juni 2011 12:10 
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John Der Echte

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tmansor hat geschrieben:
Wie machen das eigentlich die orthodoxen Gemeinden hierzulande? Sind das alles deutschsprachige Gottesdienste?


Nein, eher im Gegenteil. Fast ausschließlich Gottesdienste der jeweiligen Nationalkirchensprachen mit ein paar dt. Brocken oder gelegentliche Gottesdienste auf Deutsch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 18. Juni 2011 12:20 
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JHNewman hat geschrieben:
Aldo1 hat geschrieben:
NEIN! Das scheint nur so! Die anglikanischen Gottesdienste in Deutschland sind ur-britisch und gehen nicht im Geringsten auf die deutsche Mentalität ein. Die Besucher sind in dieser britischen Mentalität aufgewachsen (Commonwealthländer) oder passen sich dieser Mentalität kritiklos an (junge deutsche Besucher).



Das stimmt natürlich nicht. Ich war einige Jahre lang Mitglied des Gemeindevorstandes einer anglikanischen Gemeinde in Deutschland und kann daher einigermaßen beurteilen, was da läuft.

Nur ein Teil der Gemeinden in Deutschland ist Teil der C of E, ein anderer Teil gehört zur amerikanischen Episkopalkirche. Für die Gemeinden Episkopalkirche gilt ohnehin nicht, daß sie 'britisch' seien. Meine Gemeinde gehörte zwar zur C of E, jedoch waren über Jahre hinweg Priester der Church of South India dort die Chaplains. Die Gemeindemitglieder kamen aus wirklich allen Erdteilen, da waren nicht nur Europäer, sondern auch Afrikaner, Inder und Asiaten - viele von ihnen noch nicht einmal Anglikaner in ihren Heimatländern. Natürlich gab es eine gewisse Dominanz anglo-amerikanischer Einflüsse (schon der Sprache wegen), aber der internationale Einfluß war ganz deutlich spürbar und in zahlreichen Gemeindeveranstaltungen sichtbar. Der jetzige Priester ist übrigens Amerikaner - und die Gemeinde hält auch regelmäßig zweisprachige gemeinsame Gottesdienste mit den örtlichen Alt-Katholiken. Abgesehen von den Spezialitäten unserer Gemeinde war die Situation in den anderen anglikanischen Gemeinden nicht grundsätzlich anders. Das sieht man auch schnell, wenn man sich einmal die Mühe macht, sich die Webseiten der anderen Gemeinden der CAECG anzusehen. Eine besondere Berücksichtigung der dt. Mentalität gibt es freilich nicht, das wäre auch ganz und gar unsinnig. Da aber scheint mir der Hase im Pfeffer zu liegen, wenn es um Deine Kritik geht: Du schreibst 'international', aber Du meinst eigentlich 'deutsch'.

Zitat:
Die Tatsache, dass die anglikanischen Gemeinden in Deutschland nicht bereit sind, Gottesdienste auch in deutscher Sprache abzuhalten, zeugt von einer Mischung aus Naivität und Arroganz nach dem Motto "Es sprechen ja sowieso alle Englisch".


Das ist völliger Unsinn. Die Gründe liegen ganz woanders, nicht aber in Arroganz. Zunächst einmal kommen in den anglikanischen Gemeinden viele Menschen zusammen, die kein Deutsch können. Englisch ist die gemeinsame Sprache dieser Gemeinden, nicht Deutsch. Viele der Menschen, die zu diesen Gemeinden gehören, leben nur für kurze Zeit in Deutschland und haben gar nicht die Chance, Deutsch zu lernen. Während die dort zugehörigen Deutschen sonntags die Wahl zwischen deutschen und englischsprachigen Gottesdiensten haben, können diese Menschen nicht wählen. Die Liturgie in der englischen Sprache ist die einzige Möglichkeit für sie, überhaupt an einem Gottesdienst teilzunehmen. Daher ist es es zunächst einmal die Aufgabe dieser Gemeinden, das Grundbedürfnis zu befriedigen. Wer eine deutsche Liturgie will, kann auch woanders hingehen, meist gibt es eine alt-katholische Gemeinde vor Ort.

Würden die anglikanischen Gemeinden nun beginnen, konsequent Angebote in dt. Sprache zu haben, würden sie sich damit klar als eigene Denomination neben Ev. Kirche, Altkatholiken und römischen Katholiken in Deutschland positionieren. Das geht nicht und ist auch nicht gewollt. Ein solcher Schritt könnte sinnvoll nur gemeinsam mit den Alt-Katholiken geschehen. D.h.: Konsequente Einbindung der bestehenden anglikanischen Gemeinden in das Bistum der Alt-Katholiken (oder umgekehrt). Gemeinsame bischöfliche Aufsicht, jede Gemeinde vor Ort entscheidet dann, welche Angebote sie in welcher Sprache macht. Ich bin davon überzeugt, daß es für einen solchen dt. Zweig der Anglikaner großes Interesse gäbe, aber die Initiative kann nicht allein von den angl. Gemeinden ausgehen. Ein Modell - ich hatte es schon anderswo erwähnt - könnte die Einbindung der fremdsprachigen methodistischen Gemeinden in die Strukturen der dt. Ev.-meth. Kirche sein. Ich bin der Meinung, daß auch die dt. Altkatholiken von einer solchen Entwicklung auf Dauer profitieren würden.





Ich hatte ja auch geschrieben, dass es völlig legitim ist, dass jede Nation ihre Auslandsgemeinden in ihrer Sprache hat. Deshalb haben natürlich auch englisch- bzw amerikanischsprachige Gottesdienste ihren Platz.

DANEBEN sollte es aber deutschsprachige Gottesdienste der Anglikanischen bzw der Episkopalkirche geben. Dass dafür zunächst ein Zusammenschluß zwischen Anglikanern und Altkatholiken nötig wäre, sehe ich nicht unbedingt. Ein solcher Zusammenschluß wird aber auch an der Saturiertheit der AKK scheitern, denn die wird garantiert NICHT auf ihre Kirchensteuer verzichten und die Anglikaner -zu Recht- keine Kirchensteuer für die Altkatholiken zahlen wollen.

So scheitert der sehr sinnvolle Zusammenschluss der AKK mit den Anglikanern eben an dem Egoismus der AKK. Punkt!

Lieber löst sich die AKK durch ständig sinkende Mitgliederzahlen in Reichtum (Kirchensteuer!) auf, als dass sie die Kraft findet, einen frischen und glaubhaften Aufbruch mit den Anglikanern (ohne Kirchensteuer!) zu wagen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 18. Juni 2011 12:23 
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John Der Echte

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Um es mal konkret zu machen:

Man müßte eine gemeinsame kirchliche Struktur für Deutschland (ggf. auch für die NL, Österreich und die Schweiz) bilden, eine Episkopal-katholische Kirche, in der alle ak, angl, und episkopalen Gemeinden zusammengeführt werden. Die Bischöfe werden von den Altkatholiken gestellt, mit jeweils einem assistierenden Suffragan der Episkopalkirche und der C of E (oder man hat nur einen Suffragan, der alternierend von der TEC und der C of E gestellt wird). Die Gemeinden behalten ihre Mitgliedschaft in ihren jeweiligen Herkunftskirchen bei, d.h. sie scheiden formal nicht aus der TEC und der C of E aus.

Die Kirchenverfassung bleibt weitgehend an der der Alt-Katholiken orientiert, d.h. die Synoden wählen die Bischöfe. Der Bischof der neuen episkopal-katholischen Kirche ist Vollmitglied der Lambeth Conference.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 18. Juni 2011 12:44 
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John Der Echte

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Aldo1 hat geschrieben:
DANEBEN sollte es aber deutschsprachige Gottesdienste der Anglikanischen bzw der Episkopalkirche geben. Dass dafür zunächst ein Zusammenschluß zwischen Anglikanern und Altkatholiken nötig wäre, sehe ich nicht unbedingt.


Das hat ekklesiologische Gründe.

Zitat:
Ein solcher Zusammenschluß wird aber auch an der Saturiertheit der AKK scheitern, denn die wird garantiert NICHT auf ihre Kirchensteuer verzichten und die Anglikaner -zu Recht- keine Kirchensteuer für die Altkatholiken zahlen wollen.


Diese Einschätzung halte ich für relativ wertlos.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 18. Juni 2011 13:03 
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Aldo1 hat geschrieben:
Ein solcher Zusammenschluß wird aber auch an der Saturiertheit der AKK scheitern, denn die wird garantiert NICHT auf ihre Kirchensteuer verzichten und die Anglikaner -zu Recht- keine Kirchensteuer für die Altkatholiken zahlen wollen.

So scheitert der sehr sinnvolle Zusammenschluss der AKK mit den Anglikanern eben an dem Egoismus der AKK. Punkt!

Lieber löst sich die AKK durch ständig sinkende Mitgliederzahlen in Reichtum (Kirchensteuer!) auf, als dass sie die Kraft findet, einen frischen und glaubhaften Aufbruch mit den Anglikanern (ohne Kirchensteuer!) zu wagen.


Es gibt wohl keine zweite relig. Gem. in Dt., die in einer dermaßen privilegierten und komfortablen Situation ist wie die AKD.

15T Mgl. und über 30 hauptamtliche Pfarrer. Zum Vergleich: eine neue rk Fusionsgemeinde mit der gleichen Mitgliederzahl bekommt nur 2 Priester, 2 priester aus der Weltkirche (Polen oder Indien) und max. 2. Pastoralreferenten.


Ja, Aldo, in dem Punkt gebe ich dir völlig recht: Die AKD ist ohne Kirchensteuer nicht denkbar, sie gäbe es nicht mehr (höchstens in ein paar Städten, wie Bonn, wo ausreichend Immobilienbesitz da und aktive Gemeindemitglieder da sind).

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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 18. Juni 2011 13:53 
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tmansor hat geschrieben:
Wie machen das eigentlich die orthodoxen Gemeinden hierzulande? Sind das alles deutschsprachige Gottesdienste?


Diese Entwicklung setzt wegen des Generationenwechsels gerade erst ein!

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