Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 28. September 2010 15:26 
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tmansor hat geschrieben:
Die Peinlichkeit besteht vielmehr darin, das Thema jetzt wie die Alt-Fastnacht irgendwie am wabern zu halten. ... Alles weitere halte ich für Zeitverschwendung.


Ich kann "irgendwie" mit solch einer Äußerung nicht umgehen. Ich empfinde es so, als wenn hier jemand versucht, die Darstellung von unbequemen Fakten zu unterdrücken. Oder was will man sonst mit so einer Aussage erreichen?

Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass hier mit einer Unterstellung versucht wird, den Urheber einer Nachricht madig zu machen.

Wenn man an den Fakten schon nichts ändern kann, dann muss man eben den Überbringer der Nachricht angreifen. So funktionieren sie, die Spiele der Macht.

Ich möchte ferner die Italiener in Schutz nehmen. Es gibt in Italien Mitchristen, die ernsthaft am altkatholischen Anliegen interessiert sind und daher auch aufgrund dessen in Konflikt mit der "legitimen" Kirchenleitung geraten sind. Sie haben selbst das, was bislang in Italien als altkatholische Kirche aufgebaut wurde, als klerikales Theater bezeichnet.

Es sind von der Kirchenleitung Mobbing, Intrige und üble Nachrede geduldet worden. Auf sachliche und begründete Kritik wurde nur mit Angriffen auf die Person derjenigen reagiert, die diese Kritik geäußert haben. Es wurden nur die Zahlen der Gläubigen gezählt, inhaltlich wurde sich dem Thema Italien überhaupt nicht genähert.

Es wurde in einer Weise mit Menschen umgegangen, dass viele Wunden geschlagen worden sind. Dennoch halten diese Menschen an ihrer Vision von altkatholischer Kirche fest. Einer hat mir heute geschrieben: "Fai sapere ai Vescovi che in Italia ci sono persone che hanno voglia di fare una vera comunità vetero cattolica per pregare nostro Signore." - Lass es die Bischöfe wissen, dass in Italien Menschen sind, die eine wahre altkatholische Gemeinschaft machen wollen, um unsern Herrn zu preisen.

Das war einer von denen, die in bemerkenswerter Weise aus der altkatholischen Kirche hinausdefiniert worden sind. Unterschrieben von Maria-Vittoria Longhitano, damals Diakonin, die sich als "parocca eletta" gewählte Pfarrerin selbst bezeichnet hat. Eine Gemeindeversammlung und Wahl hat es übrigens nie gegeben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 29. September 2010 00:19 
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Stefan Wedra hat geschrieben:
tmansor hat geschrieben:
Die Peinlichkeit besteht vielmehr darin, das Thema jetzt wie die Alt-Fastnacht irgendwie am wabern zu halten. ... Alles weitere halte ich für Zeitverschwendung.


Ich kann "irgendwie" mit solch einer Äußerung nicht umgehen. Ich empfinde es so, als wenn hier jemand versucht, die Darstellung von unbequemen Fakten zu unterdrücken. Oder was will man sonst mit so einer Aussage erreichen?

Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass hier mit einer Unterstellung versucht wird, den Urheber einer Nachricht madig zu machen.

Wenn man an den Fakten schon nichts ändern kann, dann muss man eben den Überbringer der Nachricht angreifen. So funktionieren sie, die Spiele der Macht.

Ich möchte ferner die Italiener in Schutz nehmen. Es gibt in Italien Mitchristen, die ernsthaft am altkatholischen Anliegen interessiert sind und daher auch aufgrund dessen in Konflikt mit der "legitimen" Kirchenleitung geraten sind. Sie haben selbst das, was bislang in Italien als altkatholische Kirche aufgebaut wurde, als klerikales Theater bezeichnet.

Es sind von der Kirchenleitung Mobbing, Intrige und üble Nachrede geduldet worden. Auf sachliche und begründete Kritik wurde nur mit Angriffen auf die Person derjenigen reagiert, die diese Kritik geäußert haben. Es wurden nur die Zahlen der Gläubigen gezählt, inhaltlich wurde sich dem Thema Italien überhaupt nicht genähert.

Es wurde in einer Weise mit Menschen umgegangen, dass viele Wunden geschlagen worden sind. Dennoch halten diese Menschen an ihrer Vision von altkatholischer Kirche fest. Einer hat mir heute geschrieben: "Fai sapere ai Vescovi che in Italia ci sono persone che hanno voglia di fare una vera comunità vetero cattolica per pregare nostro Signore." - Lass es die Bischöfe wissen, dass in Italien Menschen sind, die eine wahre altkatholische Gemeinschaft machen wollen, um unsern Herrn zu preisen.

Das war einer von denen, die in bemerkenswerter Weise aus der altkatholischen Kirche hinausdefiniert worden sind. Unterschrieben von Maria-Vittoria Longhitano, damals Diakonin, die sich als "parocca eletta" gewählte Pfarrerin selbst bezeichnet hat. Eine Gemeindeversammlung und Wahl hat es übrigens nie gegeben.


Stefan, mir ging es nicht darum, eine Meldung zu unterdrücken oder Dich in ein schlechtes Licht zu rücken. Tut mir leid, dass der Eindruck entstand. Ich denke halt, es lohnt sich nicht (mehr) über solche Selbstinszenierungen und Hochstapeleien jener "Bischöfe etc." zu diskutieren. Sie sind es nicht wert und geben ihnen in unserer Kirche einen scheinbaren Stellenwert, der ihnen keinesfalls zusteht.
Allerdings würde ich noch eine Frage stellen, nicht böse sein: ich hörte vor einigen Jahren über ein Zerwürfnis der südtiroler Alt-Katholiken mit den italienischen Alt-Katholiken mit dem südtiroler Wunsch, künftig über die österreichische Kirche betreut zu werden. Hatte das hier einen Ursprung?

Tarec

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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 29. September 2010 09:39 
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Lieber Tarec, herzlichen Dank für Deine Erklärung.

Ich bin selbst Betroffener von jetzt fast 9 Jahren Mobbing. Da bin ich in Italien aber nicht der einzig Betroffene.

Der Wunsch Österreich angegliedert zu werden, ist dadurch zum großen Teil motiviert. (Es ist in solchen Fällen besser, zu gehen. Mit Mobbern sollte man keine Kontakte pflegen, denn man zahlt nur drauf und wird krank.) Es ist aber auch so, dass wir immer schon von Innsbruck aus betreut worden sind und in Pfarrer Dr. Meinrad Schumacher einen Partner haben, der uns durch alle Konflikte die Treue gehalten hat und hält. Ferner haben wir nicht nur zu den Innsbruckern, sondern auch zu den Kärtnern, den Vorarlbergern und der Gruppe Bethanien um Karin Leiter herzliche Kontakte. Wir werden nun von Österreich aus durch Bischof Okoro betreut. Er will uns in Bozen besuchen.

Mit "den Italienern" gibt es keine Konflikte! Ganz im Gegenteil, die Leute, die aus der Mailänder Gemeinde herausgemobbt worden sind, haben in Bozen angefragt, hier bei uns in die Gemeinde aufgenommen zu werden.

Die von Bischof Müller grundlos supendierte Diakonin Elisabetta Tisi hat am letzten Wochenende ihre Lebenspartnerschaft geschlossen. Dabei habe ich am Tisch mit der schweizer Priesterin Marlies Dellagicoma und anderen Mailändern zusammen gesessen. Nach der Leidenserfahrung dieser Leute ist es ein Wunder, dass die der altkatholischen Kirche gegenüber noch Sympathien haben. Aber diese Leute denken konzeptionell und nicht machtorientiert. Auch wenn es Ihnen schwer fällt, vom Denken her aus dem Konflikt herauszukommen, wollen sie sich auf sich selbst und ihre Gemeinschaft konzentrieren. Die Leute sind die Intrigen und das klerikale Theater leid.

Sie haben sich mit ihrer begründeten Kritik an die zuständigen Instanzen gewandt und sind - so wie ich - auf unerträgliche Weise persönlich dafür angegriffen worden. (Ich denke aber, dass Einzelheiten viele Forumsmitglieder verstören würden. Und ganz ehrlich, ich möchte mich jetzt auch auf die Zukunft konzentrieren.

Für Detailfragen möchte man mich bitte privat kontaktieren und dabei seinen Klarnamen und die Adresse zu nennen. Ich stehe hier offen im Forum als Stefan Wedra, gebe aber keine Details an Personen weiter, deren Identität ich nicht kenne. Ich bitte da um Verständnis.)

Ich persönlich habe das letzte Wochenende als sehr mutmachend empfunden. Da sind Leute, mit denen man in ernsthafter Weise an einer altkatholischen Kirche in Italien arbeiten kann. Wie es jetzt weiter geht, weiß ich nicht. Der neue für Italien zuständige Bischof Harald Rein ist nicht zu beneiden. Es gibt aber ein Potential für eine Zukunft in Italien: nüchtern, bescheiden und demütig. Ich wünsche ihm zu seiner neuen Aufgabe Gottes Segen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 12. Oktober 2010 20:34 
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Luciano Bruno, altkatholischer Pfarrer von Sabaudia/Latina, ist am 07.10.2010 von seinem Amt als Priester in der alt-katholischen Kirche in Italien zurückgetreten. In seiner Mail an Bischof em. Fritz-Rene Müller hat er dazu keine weitere Begründung abgegeben.

In Italien sind somit Renzo Rodani (Florenz), Teodora Tosatti (Rom) und Maria-Vittoria Longhitano (Mailand) im Priesteramt aktiv, wobei in Mailand aus "logistischen Gründen" keine Gottesdienste stattfinden.

Foto:
Luciano Bruno (erster von links) auf der Subdiakonenweihe von Teodora Tosatti in Assisi zusammen mit Dr. Petr Zivny und Diakon Giuseppe Biancotti.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 16. Oktober 2010 11:09 
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Am Sonntag, dem 29. Oktober 2010, um 16.15 Uhr soll in den Räumen der anglikanischen Gemeinde in Mailand, Via Solferino, 17. eine Gemeindeversammlung der Mailänder Altkatholiken stattfinden. Der schweizer Altbischof Federico Renato Müller wird als Delegat der Utrechter Union anwesend sein.

Tagesordnungspunkte sind eine Diskussion über die Zukunft der altkatholischen Gemeinde Mailand und die Wahl eines neuen Pfarrers. Die Kandidatin ist Maria Vittoria Longhitano.

http://veterocattolicimilano.splinder.c ... 745/avviso

Angeblich steht die Gemeindeversammlung vor dem organisatorischen Problem, dass der zurückgetrene Pfarrer von Mailand, der ehemalige Bischöfliche Vikar und Dekan Dr. Petr Zivny die Mitgliederregister nicht vorbehaltlos, sondern über seinen Anwalt Bischof em. Müller übergeben möchte. Da somit eine satzungsgerechte Einladung der Mitglieder nicht gewährleistet ist, könnte dies die Legitimation der zur Wahl anstehenden Pfarrerin in der schwierigen Situation, die durch den vormaligen Pfarrer hinterlassen wurde, in Frage stellen.

Nach der Serie von Konflikten, die in der Gemeinde Mailand vorgefallen sind, wird von den an der Gemeinde noch Interessierten ein hohes Maß an menschlicher Reife abverlangt. Ob in diesem Zusammenhang die Wahl einer Pfarrerin sinnvoll ist, oder sich die Gemeinde nicht zuvor wieder finden und versöhnen sollte, ist eine durchaus legitime Frage. Eine voreilig zementierte kirchliche Personalentscheidung könnte schon den Keim neuer Konflikte in sich bergen. Geduld, die Fähigkeit, vorurteilslos zuhören zu können, nicht leichtfertig falschen Informationen aufzusitzen und das Gespür für den richtigen Zeitpunkt von Entscheidungen sind sicherlich Eigenschaften, die Bischof em. Müller helfen könnten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 28. Oktober 2010 17:43 
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Mailänder Pfarrgemeinderat entzieht Maria-Vittoria Longhitano sein Vertrauen

Der Pfarrgemeinderat der altkatholischen Gruppe in Mailand hat sich gegen die Wahl der Priesterin Maria Vittoria Longhitano gewandt. In einer von Livia Buseghin (Vorsitzende), Gregorio Spini (stellv. Vorsitzender), Elena Bauer, Bruno Frà und Pietro Coletta unterzeichneten Verlautbarung per Email vom 25.10.2010 werfen sie der Kandidatin für das Pfarreramt, Maria Vittoria Longhitano, und der Pfarrerin von Rom, Theodora Tossatti, vor, sich gegen den ehemaligen bischöflichen Vikar, Dekan und Pfarrer von Mailand, Petr Zivny tendenziös, anklagend und verfolgend verhalten zu haben. Sie bedauern ferner, dass der Delegat der IBK, der schweizer Alt-Bischof Müller, unverständlicher Weise Partei genommen habe.

Sie bedanken sich bei Petr Zivny für seine Demut, sich nicht länger an den Streitigkeiten zu beteiligen und zu gehen. Sie hätten all die Jahre das volle Vertrauen zu ihm gehabt. Sie hätten zunächst eine Neuwahl gefordert, doch hätten sie die Hintergründe seinerzeit nicht gekannt. Sie erklären sich mit ihm solidarisch.

Aus Protest wird nur Livia Buseghin zur Wahlveranstaltung gehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 29. Oktober 2010 00:29 
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Die UU täte wohl daran, die Gemeinden unter Zwangsverwaltung durch Delegierte der IBK zu stellen und alle jene, die dies verweigern, auszuschliessen und sich von ihnen öffentlich zu distanzieren. Hier gibt es zuviele vagantische Gestalten, an denen hat man sich bereits einmal die Finger verbrannt und die Nachwirkungen sind noch heute zu spüren.

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Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. (Joh 1,1/3)


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 30. Oktober 2010 13:23 
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Maria-Vittoria Longhitano zur Pfarrerin gewählt

Folgende Mitteilung erschien auf der Seite der Gemeinde Mailand (http://www.veterocattolicimilano.splinder.com/):

Die Gemeindeversammlung vom 29. Oktober hat die Wahl des neuen Gemeindevorstandes für Sonntag, den 07.November anberaumt. Ort und Uhrzeit werden noch in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Wer die eigene Kandidatur vorschlagen möchte, ist gebeten es bis zum Dienstag 2. November 2010 und nicht später an die Adresse parrocchiaveteromi@yahoo.it oder direkt an die neu gewählte Pfarrerin Mutter Maria Vittoria Longhitano Telefon 328/9596744 mitzuteilen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 30. Oktober 2010 20:23 
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Wie jetzt? "Mutter"? Oder neue "Mateszka" (Mütterchen auf polnisch) ? Oder was? Also ich versteh nicht? Und wie deutest du das Ganze?

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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 30. Oktober 2010 21:11 
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Silesia hat geschrieben:
Wie jetzt? "Mutter"? Oder neue "Mateszka" (Mütterchen auf polnisch) ? Oder was? Also ich versteh nicht? Und wie deutest du das Ganze?


So scheint's. Man hat einen neuen Guru gefunden. Eben, man muss Schluss machen mit Italien.

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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 30. Oktober 2010 21:16 
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Das ist doch ganz logisch: Wenn es bei einem Priester "Padre" = Vater heißt, dann lautet es natürlich bei einer Priesterin "Madre" = Mutter.

Bei der Wahl vom Papst ruft man "Habemus papam!" und bei der Wahl von Frau Käsmann rief man dann "habemus mamam!"

Wir können das noch weiterspinnen: Fährt der Papst ein Papamobil und die Polizei macht ihm den Weg frei, dann wäre es für Frau Käsmann besser gewesen ein Mamamobil zu fahren. Da wäre sie ihren Führerschein nicht losgeworden.

Ich frage mich auch, warum die in Italien so drauf versessen sind mit ihren Titeln. Irgendwo war und vermutlich bleibt das in Italien ein klerikales Theater.

Die Titel "padre" und "madre" sagen für mich aus, dass das Verhältnis von Klerus und Laien nicht auf der gleichen Ebene gesehen wird. Es wird damit letztlich ein Machtgefälle insinuiert. Und das ist für mich ein Priesterbild, das ich mit meinem Verständnis vom Dienstpriesteramt nicht nachvollziehen kann und wohl auch niemals werde.

Wenn man sich die Bilder von Gottesdiensten in Mailand ansieht, dann sieht man, wie Zivny mit dem Rücken zum Volk zelebriert. In dieser Anordnung stellt sich der Priester zwischen das eucharistische Geschehen und Kirchenvolk. Die Messe ist somit zunächst ein klerikales Geschehen und kein Geschehen der ganzen Gemeinde.

Bei uns in Bozen und Innsbruck stellen wir den Altar in die Mitte und alle - auch der Priester - sitzen möglichst im Kreis um den Altar. Alle in der Kirche sind der Würde nach gleich. Die Sitzordnung der Gleichheit ist wie bei König Artus Tafelrunde der Kreis. Wir haben unterschiedliche Dienste in der Kirche, die geben aber den Dienstausübenden nicht das Recht, sich als etwas besseres zu fühlen. Und das ist für mich der Unterschied zu dem, was in Mailand abgegangen ist.

In Mailand wollte ein theologischer Analphabeth unbedingt erster altkatholischer Bischof Italiens werden. Er hat Dummheiten begangen, wie z. B. den Subdiakonat wieder einzuführen. Da hat er schon ein wenig geübt, wie man als Bischof die Hände auflegt. Als das dann von Bischof Müller ihm deshalb einen bösen Brief geschrieben hatte, war es plötzlich eine "charismatische" Segnung.
Dateianhang:
DSCF0601.jpg


Schlimmer noch war, dass Leute, die diesen Vorgängen gegenüber kritisch eingestellt waren, systematisch rausgemobbt wurden. Das über Jahre und die IBK war stets informiert. Im Konfliktfall wurde immer auf die Zahlen gesehen, wie die Konfliktparteien aufgestellt waren. Es wurde dabei in Kauf genommen, dass Menschen, die sich den Menschen die sich inhaltlich den Zielen des Altkatholizismus verbunden sahen - gerade wegen ihres Beharrens auf einen synodalen Umgang miteinander - rausgemobbt wurden.

Nur inhaltlich wurde sich nie mit den Vorgängen in Italien auseinandergesetzt. Solche Blüten wie "Madre" Maria-Vittoria und "Madre" Teodora sind Auswüchse einer zehnjährigen Entwicklung, die man nur als Realsatire auf die Utrechter Union bezeichnen kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 30. Oktober 2010 22:10 
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Kann sein, dass die ziemlich schräg einem reinen Formalismus und So-tun-als-ob huldigen. Ich kenne die nicht gut genug, um das zu beurteilen. Du schüttest aber das Kind mit dem Bade aus. Du bediesnt jedes Klischheebild, das Außenstehnde von ak haben! Z.B. musst Du Dich mit der Zelebrationsrichtung noch viel, viel näher beschäftigen, zumindest als geschichtliche Tradition und Tatsache (und die waren und sind ja nicht alle nur bekloppt), denn Dein Bild ist einseitig und unzutreffend. Ich als ak Mariavit möchte innerlich am liebsten in Messen nach der Neuen Ordnung hingehen und den Priester (richtig) umdrehen, denn er steht für mich wie hinterm Verkaufstisch. Und er soll mir doch nichts "verkaufen". Ich will mit ihm betend das Opfer und alles, was daraus erwächst präsent machen. Gleichmacherei, Sitzkreis, oh Schreck, hilft nicht: Der Priester ist als Mensch einfach auch Mensch und soll das bitteschön auch intus haben, als Priester unterscheidet er sich von mir (sonst bräuchte ich ihn nicht - und sollte lieber ausschließlich Quäker werden, falls ich dennoch noch Glauben in mir habe). Er soll auch Priester sein und auch dies drauf haben! Was Du aber gerade hier propagierst ist zwar ak, aber für mich dennoch Kirchenkasperle von heute. Aber reine Formvollendung allein macht es eben auch nicht; es muss die Gesinnung schon stimmen. Und das ist es ja gerade, was bei so manchen als zu Dünnbrettgebohrtes von innen und geformt als Traditionelles ganz neu in Erscheinung tritt. Man muss es vertiefen, oder, wenn das nicht geht, sich auch trennen von zu viel "Gewolltem, aber nicht Gekonntem".

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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 30. Oktober 2010 22:53 
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... ich glaube das ist das "Vagentische", das hier und im andern Thread eigentlich gemeint ist - das einen stets nur maximal dreiviertelkomptent erscheint und einfach zu selten darüber hinauszuwachsen fähig ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 12. Dezember 2010 13:37 
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Die Mailänder Pfarrerin Maria Vittoria Longhitano hat mich angerufen und mich um folgende Klarstellungen und Präzisierungen im Forum gebeten:

Die zweisprachige Version findet man hier: http://www.alt-katholiken.org/

La versione bilingue si trova: http://www.alt-katholiken.org/dialogo%20con%20MVL2.pdf

Im August 2010 haben fast alle Geistlichen und Vorsitzenden der italienischen Gemeinden eine Erklärung abgegeben, in der sie dem inzwischen zurückgetretenen bischöflichen Vikar Dr. Petr Zivny das Misstrauen aussprechen. Frau Pfr. Longhitano gab als Grund dafür an, dass Petr Zivny eine Woche vor deren Priesterweihe mit den Eigentümern des Pastoralzentrums Don Orione in Mailand, in dem die altkatholischen Gottesdienste stattfinden, vereinbart hat, dass dort keine weiblichen Priester zelebrieren dürften und auch keine gleichgeschlechtlichen Partnerschaften eingesegnet werden dürften. Dies hätte praktisch für Frau Longhitano, die selbst von Zivny als neue Pfarrerin vorgeschlagen worden war, bedeutet, dass sie nicht als Priesterin tätig sein könnte. Um das Schweigen darüber zu brechen hat Maria Vittoria Longhitano ein Interview in einer überregionalen Zeitung gegeben. (http://www.alt-katholiken.org/PAGINAGIORNO.pdf)

Petr Zivny hatte sich daraufhin am 14. September (vgl. offizielle Homepage http://www.veterocattolici-utrecht.it/1 ... 1_2010.pdf) von all seinen Funktionen in der italienischen altkatholischen Kirche zurückgezogen. Die Neuwahl eines Pfarrers bzw. einer Pfarrerin für Mailand hat er aber dadurch versucht zu sabotieren, dass er sich weigerte, das Mitgliederverzeichnis herauszugeben. Dennoch sind über 50 Gemeindemitglieder erschienen und Maria Vittoria Longhitano wurde bis auf die Gegenstimme von der Vorsitzenden des bisherigen Kirchenvorstandes von allen gewählt. Der restliche Kirchenvorstand hat die Versammlung (wie bereits im Forum dargestellt) boykottiert. Maria Vittoria Longhitano hat versucht alle Gemeindemitglieder einzuladen, auch die, die aufgrund von Konflikten mit Zivny nicht mehr am Gemeindeleben teilnahmen: Sie bedauerte, dass einige trotz persönlicher Einladung nicht zur Gemeindeversammlung erschienen sind.

Trotz mehrfacher Mahnung durch die Pfarre und Bischof Müller sind die Unterlagen und Register noch nicht von Petr Zivny an die neue Pfarrerin übergeben worden.

Zur Situation der Gemeinde war im Gespräch deutlich zu erfahren, dass die Gemeindemitglieder vom früheren Pfarrer gegeneinander aufgehetzt und ausgespielt worden sind. Das Ergebnis ist, dass sich die altkatholische Gemeinde in Mailand nun selbst finden und die aufgerissenen Gräben überwinden muss.

Maria Vittoria Longhitano hat auch dazu Stellung genommen, dass sie und die römische Pfarrerin Tosatti sich als Madre bezeichnen. Sie meinte hierzu, dass in Italien Titel wichtig seien und man dabei eine Analogie zur Anrede „Padre“ bei Priestern gesucht habe. Dabei solle in keinem Falle einem Klerikalismus Vorschub geleistet werden.

Nach dem Ausscheiden von Petr Zivny steht die altkatholische Kirche in Italien wieder mal vor einem Neuanfang. Alle Mitglieder müssen wieder zueinander finden und sich miteinander versöhnen. Die nebenamtlich tätigen Priester und Priesterinnen sind bei diesem Prozess um ihre freiwillig und ehrenamtlich ausgeübte Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden.

Maria Vittoria Longhitano möchte nun aber eine Kirche, die von ihrer theologischen Position her inhaltlich besser fundiert und in der Selbstdarstellung ehrlich ist.

Die Gottesdienste der Mailänder altkatholischen Gemeinde finden in der Anglikanischen Kirche und jeden zweiten Sonntag im Sitz und gemeinsam mit der Bewegung „Wir sind Kirche“ statt.

Maria Vittoria Longhitano freut sich, dass man einen neuen Gottesdienstort in der Anglikanischen Gemeinde gefunden hat und es gelungen ist, die Gemeinde Turin wieder zu aktivieren, wo man nicht mehr aktiv war. Ferner treffen sich Altkatholiken in Parma und Sabbioneta.

Es gibt eine neue Homepage: http://www.veterocattolici-utrecht.it


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 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken in Italien
BeitragVerfasst: 12. Dezember 2010 13:42 
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Von Donnerstag, 16. bis Samstag, 18.Dezember 2010 wird der Delegat der Utrechter Union für Italien Bischof em. Fritz-Renè Müller die altkatholiche Gemeinde in Turin besuchen. Hierbei soll die Gelegenheit für die Gläubigen bestehen, den Bischof zu treffen und auch gemeinsam die Zukunftsperspektive für die altkatholische Kirche in Italien beraten.

Versione italiana: http://www.veterocattolici-utrecht.it/1 ... 2_2010.pdf


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