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Altkatholiken in Italien
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Seite 1 von 10

Autor:  Stefan Wedra [ 23. September 2010 22:51 ]
Betreff des Beitrags:  Altkatholiken in Italien

Ein Thread für alles, was mit Altkatholiken in Italien zu tun hat, z.B.

Alt-Katholische Priesterinnenweihe in Italien in den Medien

Ulrich/Admin



Nachfolgendes Thema verschoben aus Franziskanische Spriritualität in der AKK




Re: Franziskanische Spriritualität in der AKK

Es gab Ansätze zur äußerlichen Pflege franziskanischer Spiritualität in Italien. Wie sich das inhaltlich geäußert hat, weiß ich nicht.

Jedenfalls hatten sie ein Treffen in Sabaudia und fast alle traten in Kutte auf:

Autor:  Vanni145 [ 24. September 2010 22:52 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Franziskanische Spriritualität in der AKK

Der heilige Franziskus würde diese Kuttenträger (siehe Bild) wahrscheinlich höflich aus dem Bild nehmen, die Gelder der Gruppe einsammeln, an die Armen weitergeben und die ganze fröhliche Truppe bei Wind und Wetter raus aufs Feld schicken, um eine Umkehr zu erreichen.

Ich habe einen angeheirateten Verwandten, der als ständiger Diakon auch in dieser dritten Linie der Franziskaner aktiv ist.

Autor:  Péter [ 25. September 2010 10:43 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Franziskanische Spriritualität in der AKK

Vanni145 hat geschrieben:
Der heilige Franziskus würde diese Kuttenträger (siehe Bild) wahrscheinlich höflich aus dem Bild nehmen, die Gelder der Gruppe einsammeln, an die Armen weitergeben und die ganze fröhliche Truppe bei Wind und Wetter raus aufs Feld schicken, um eine Umkehr zu erreichen.


Wieso? Was ist das Problem mit dieser Gruppe?

Autor:  Aldo1 [ 26. September 2010 10:38 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Franziskanische Spriritualität in der AKK

Stefan Wedra hat geschrieben:
Es gab Ansätze zur äußerlichen Pflege franziskanischer Spiritualität in Italien. Wie sich das inhaltlich geäußert hat, weiß ich nicht.

Jedenfalls hatten sie ein Treffen in Sabaudia und fast alle traten in Kutte auf:




sehr romanisch-italienisch.....

Autor:  Stefan Wedra [ 27. September 2010 19:19 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Franziskanische Spriritualität in der AKK

Aldo1 hat geschrieben:
sehr romanisch-italienisch.....


Das hoffe ich für die romanisch-italienische Kirche nicht:

ganz rechts auf dem Photo ist Roberto Coppola, der wurde Bischof Müller aus "pastoralem Notstand" heraus zur Priesterweihe per saltum vorgeschlagen (Er war nicht einmal Diakon).

Was es mit ihm auf sich hatte, kann man hier lesen: http://www.spiegel.de/panorama/a-99378.html

Ich konnte Bischof Müller noch rechtzeitig verständigen, sonst wäre der altkatholischen Kirche ein schwerer Schaden in der Ökumene entstanden. Inzwischen hat Coppola laut Mitteilung der Diözese von Otranto-Gallipoli eine Priesterweihe in einer anderen Vagantenkirche erhalten.

Die knieende Nonne ist Suor Cristina. Sie hieß vorher Marco und kümmerte sich nach ihrer Umwandlung hauptsächlich um die Homosexuellenseelsorge. Interessant sind auch ihre ökumenischen Kontakte (siehe unten). Inzwischen taucht sie nicht mehr auf.
http://www.corriere.it/cronache/08_apri ... 6ba6.shtml

Der junge Mann mit den Schnauzbart ist Alfredo Augello aus Palermo. Er ist zum Vaganten Mapelli gewechselt (wie auch Fra Benedetto, den Zivny zum "Mönch" geweiht hatte) und zum Diakon geweiht worden. Mapelli sagte mir am Telefon, dass er dies aus "Mitleid" getan hätte. Alfredo hätte keine theologische Bildung. Inzwischen hat sogar Mapelli ihn rausgeschmissen, da er eine "orthodoxe" Bischofweihe empfangen hat und zu Bischof Crisostomos mutiert ist. (http://www.wikio.it/article/nota-diocesana-206551260)

Der langjährige Ansprechpartner der IBK in Italien, Petr Zivny, von Bischof Vobbe zum Dekan ernannt, von Bischof Müller zum bischöflichen Vikar befördert, hat kürzliche bekannt gegeben, dass er sich von seinen Aufgaben in Italien zurückzieht, um in Prag ein Doktorat in Theologie zu erwerben. Zwischenzeitlich nimmt er als Dozent an Symposien teil, die sich mit Kontakten zum Jenseits beschäftigen. Sein Thema ist: "Möglichkeiten und Grenzen der Kommunikation mit Verstorbenen".(http://www.upali.eu/download/borgaro2010.pdf)

Autor:  Péter [ 27. September 2010 19:25 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Franziskanische Spriritualität in der AKK

Kannst Du uns auch über positive Entwicklungen in der italienischen Kirche berichten?

Autor:  Stefan Wedra [ 27. September 2010 19:33 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Franziskanische Spriritualität in der AKK

Ich enthalte mich jeder Bewertung. Ich berichte nur über belegbare Fakten. Deshalb kann ich auf diese Frage nicht antworten, da eine Antwort eine Wertung beinhalten würde.

Autor:  Aldo1 [ 27. September 2010 20:28 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Franziskanische Spriritualität in der AKK

Stefan Wedra:

Vielen Dank für die Informationen! Das alles ist ja geradezu erschreckend!

Woran liegt diese Fehlentwicklung?

Liegt sie daran, dass man seitens der Alt-Katholischen Kirche unbedingt einen Zweig in Italien haben wollte und deshalb beide Auge zugedrückt hat? Sollte das der Fall sein, so ist der Schuß nach hinten los gegangen. Die RKK in Italien wird die AKK als lächerliche (Schwulen-)Sekte hinstellen.

Es stellt sich tatsächlich die Frage, welche Zukunft eine AKK in Italien hat. Nach meiner Einschätzung ist die AKK wie auch die protestantische Kirche ein Produkt der -grüblerischen- nordeuropäischen Mentalität und für ein romanischen Land wie Italien kaum geeignet. Die Existenz einer AKK setzt voraus, dass sich Menschen an den Dogmen und Aussagen der RKK reiben bzw unter diesen leiden. Und wer in Italien tut das schon? Welcher Italiener nimmt das, was der Papst sagt, wirklich ernst und legt dessen Worte auf die Goldwaage? Das tun doch nur die Menschen in Nord- und Westeuropa und in den USA. Und nur dort wird sich eine AKK halten können.

Autor:  Stefan Wedra [ 27. September 2010 23:54 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Franziskanische Spriritualität in der AKK

Ich möchte nicht darüber spekulieren.

Ich kann nur feststellen, dass die jeweils zuständigen Bischöfe über die Situation in Italien von verschiedener Seite informiert worden sind.

Autor:  Silesia [ 28. September 2010 06:19 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Franziskanische Spriritualität in der AKK

Aldo1 hat geschrieben:
Stefan Wedra:

Vielen Dank für die Informationen! Das alles ist ja geradezu erschreckend!

Woran liegt diese Fehlentwicklung?

Liegt sie daran, dass man seitens der Alt-Katholischen Kirche unbedingt einen Zweig in Italien haben wollte und deshalb beide Auge zugedrückt hat? Sollte das der Fall sein, so ist der Schuß nach hinten los gegangen. Die RKK in Italien wird die AKK als lächerliche (Schwulen-)Sekte hinstellen.

Es stellt sich tatsächlich die Frage, welche Zukunft eine AKK in Italien hat. Nach meiner Einschätzung ist die AKK wie auch die protestantische Kirche ein Produkt der -grüblerischen- nordeuropäischen Mentalität und für ein romanischen Land wie Italien kaum geeignet. Die Existenz einer AKK setzt voraus, dass sich Menschen an den Dogmen und Aussagen der RKK reiben bzw unter diesen leiden. Und wer in Italien tut das schon? Welcher Italiener nimmt das, was der Papst sagt, wirklich ernst und legt dessen Worte auf die Goldwaage? Das tun doch nur die Menschen in Nord- und Westeuropa und in den USA. Und nur dort wird sich eine AKK halten können.


Also ich äregere mich schon, wenn einem Fotos von diversen Weihen untergejubelt werden, wo man mit nur etwas geübtem Auge sofort sagen kann: "Schwulen- und Lesbenkirche!" und fragen kann: "Ist das so - einseitig und auf Schieflage beladen - gewollt?" - dann wird man als Stänkerfritze angesehen. Nur wenige Monate später wird dann das Ganze als üble, die armen Altkatholiken überumpelt habende Aktion insgesamt dargestellt.

Man kommt eben mit verkrampften Prämissen nur sehr bedingt weiter, sondern braucht schon auch noch ein bisschen Menschenkenntnis und Selbstkritikbereitschaft.

Autor:  Silesia [ 28. September 2010 06:48 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Franziskanische Spriritualität in der AKK

Das Bild kommt wirklich "gut": Der rechts in dem rotlackierten Kleidchen und dem Gürtelchen, hat auch nicht vergessen, die Äuglein dezent zu schminken. Der Links hat sich auch ein interessantes Arrangement aus dem Theaterfundus gepickt. Ob die Nonnen das verwegen Gucken und die charmante Schiefhaltung des Kopfes vorher geübt hat?! Nur der in der Mitte hat Glück, dass ihm Orthodoxe in der Bekleidung offenbar unter die Arme gegriffen haben.

Wie geht es eigentlich den rosa Schweden? Haben sie auch schon "Skandale" generiert?

Autor:  Stefan Wedra [ 28. September 2010 10:19 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Franziskanische Spriritualität in der AKK

Ich möchte mich auch bedanken. Denn ich hätte es auch schade gefunden, wenn die Diskussion um die Mariaviten zu kurz kommen würde. Auf dem anglikanisch-altkatholischen Studententreffen in Südtirol waren auch zwei mariavitische Studenten. Für mich war ihre Frömmigkeit zwar etwas fremd, aber sie war ehrlich, unpretentiös und authentisch.

Vielleicht sollte man einen Thread Italien aufmachen und dort die Dikussion fortsetzen. Es gibt ja durchaus Dinge, die Hoffnung machen. Und auf die möchte ich mich konzentrieren. Es gibt in Italien auch Leute, die das altkatholische Anliegen in ernst zu nehmender Weise verfolgen, auch wenn sie mit den von den jeweiligen Bischöfen geförderten Leuten deshalb in Konflikt geraten. Man stelle sich vor, diese kommen zu uns von Mailand nach Bozen zum Gottesdienst. Das sind dreieinhalb Stunden im Auto. Ich denke, dass diese Leute in der Diasporasissima Italien den Kilometerrekord halten und zeigen, wie sehr an unserer Kirchengemeinschaft festhalten wollen.

Lieber Prokurator, sei doch so gut!

Autor:  Stefan Wedra [ 28. September 2010 11:42 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Altkatholiken in Italien

Danke Prokurator!

@ Silesia: Ich habe absolut nichts gegen irgendwelche "Randgruppen". Wenn Menschen schwul, lesbisch oder transsexuell sind, dann sind sie für mich so von Gott so gemacht oder gar "begabt" und Kirche sollte das Gewächshaus sein, dass diese sich so wie wir konstruktiv in ihrem Glauben in Gemeinschaft mit anderen entwickeln können.

Ein anderes Problem ist der Narzissmus, das übergreifende, rücksichtslose Begehren geliebt zu werden und wenn man die Liebe nicht bekommt, auch dissozial zu reagieren.

Ich habe die Mitglieder unserer Bozner altkatholischen Gruppe gefragt, "wie versteht Ihr Euch?" Da sagte mir Thomas: "Wir sind so eine Selbsthilfegruppe im Glauben." Das finde ich eine sehr gute Antwort. Wir sind eine Gruppe von "Betroffenen" oder besser "von der Botschaft Getroffenen", die sich für ihr Glaubensleben gegenseitig Hilfe geben. Das war eine Antwort, die mir Mut gemacht hat, denn mit solchen Leuten kann man an der Kirche bauen.

Autor:  Aldo1 [ 28. September 2010 12:27 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Altkatholiken in Italien

Kein Mensch hat etwas gegen schwule oder lesbische Altkatholiken. Das Thema Homosexualität ist in der AKK schließlich durchgekaut und inzwischen eine olle Kamelle.

Diese Fotos aber wirken lächerlich, peinlich und sind ein Ärgernis! Oder ist es eine Mentalitätsfrage? Ich habe Italiener, besonders, wenn sie in Gruppe auftraten, oft als sehr thetralisch erlebt. Man hat den Eindruck, dass sie nichts ernst nehmen und überall nur ihren Spaß haben wollen.....

Autor:  tmansor [ 28. September 2010 13:49 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Altkatholiken in Italien

Die Peinlichkeit besteht vielmehr darin, das Thema jetzt wie die Alt-Fastnacht irgendwie am wabern zu halten. Es ist lobenswert, dass man Bischof Müller rechtzeitig vor einem schweren Fehler bewahrt hat, dafür kann man wirklich nur danken! Alles weitere halte ich für Zeitverschwendung.

Tarec

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