Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 1. Dezember 2010 19:12 
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In einem anderen Faden sprach Silesia das Thema Hausbesuche an.

Wie ist das in eurer Gemeinde? Finden Hausbesuche statt?

Wenn ja - regelmäßig oder nur auf Anfrage?

Wie wichtig ist es euch persönlich, dass euch der Pfarrer oder ein Vertreter der ak Gemeinde zuhause besucht?

Oder ist das nicht so wichtig, weil man sich ja bei der Kleinheit der Gemeinden sowieso gut kennt und nach den Gottesdiensten immer einen Kaffee zusammen trinkt?

Wie ist es bei den Mariaviten, die Silesia in diesem Zusamenhang angesprochen hatte?

Wären regelmäßige und häufige Hausbesuche ein Mittel, die Menschen, auch und gerade die, die nicht zu den Gottesdiensten kommen, zu erreichen und mehr an die Gemeinde zu binden?

Wären viele Hausbesuche für die AKK vielleicht sogar eine Möglichkeit, auf suchende Menschen, die keiner oder einer anderen Konfession angehören, anziehend zu wirken? Ich hörte von evangelischen Freikirchen, dass gerade durch Hausbesuche blühende und lebendige Gemeinden entstanden sind.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 2. Dezember 2010 11:15 
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Ja: Hausbesuche, regelmäßige Vorträge und Religionsunterricht, an Schulen, auch gerade Freischulen! Diese Dinge erlebe ich übrigens auch bei der SELK, soweit ich das mitbekomme, als dürftig (Vanni sage jetzt nichts!).

Es ist natürlich für den Pfarrer eine große Anstrengung! Jedoch schafft es wirklich Nähe und es hat auch einen liturgischen Sinn (Segnung der Häuser und Wohnungen) mit dabei. Für den Pfarrer ist es aber letztlich auch eine Hilfe: Er hat eine konkrete Vorstellung davon, wie seine Gemeindemitglieder leben. Er weiß mehr darüber und macht sich Gedanken darüber, welcher Zusammenhang zwischen Glaubens-Leben und und persönlichen und strukturell bedingten Lebensverhältnissen besteht - eine Sache die farhrlässig meist ganz ausgeblendet wird.
Bei der AKK besteht ja die Gefahr, dass das Familiäre statt dessen in die Gemeinden getragen wird und DAS dann eine "familiäre" Angelegenheit wird (bei der unbemerkt oder kaum bemerkt, andere, die nicht "zur Familie" gehören, per se außen vor bleiben).

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Mariae vitam imitantes


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 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 2. Dezember 2010 13:52 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Silesia hat geschrieben:
Bei der AKK besteht ja die Gefahr, dass das Familiäre statt dessen in die Gemeinden getragen wird und DAS dann eine "familiäre" Angelegenheit wird (bei der unbemerkt oder kaum bemerkt, andere, die nicht "zur Familie" gehören, per se außen vor bleiben).


Was für ein Unsinn!
Wieviel Gemeinden unseres Bistums kennst Du eigentlich?
Für eine ganz einfache, konkrete Beantwortung dieser Frage wäre ich dankbar.

Eilike

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Entwicklung gehört zum Wesen der Kirche. (Bischof Georg Bätzing, Limburg)

Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen,
weil leben wandern heißt. (Klaus Peter Hertzsch)


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 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 2. Dezember 2010 14:21 
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Registriert: 2. Februar 2007 17:22
Beiträge: 1401
Die Gefahr sehe ich auch nicht. Ich habe viele ak Gemeinden kennen gelernt, aber nirgendwo hatte ich das Gefühl, als Fremder nicht willkommen zu sein.

Die meisten ak Gemeinden zeignen sich durch eine große Offenheit aus, wohl auch deshalb, weil die viele Gemeindemitglieder als Erwachsene selbst einmal vor der Tür einer ak Kirche standen und sich integrieren mussten.


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R.I.P.
 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 2. Dezember 2010 16:18 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Registriert: 5. November 2005 13:01
Beiträge: 4616
Genauso habe ich das ganz persönlich auch erlebt.
Eilike

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 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 2. Dezember 2010 19:56 
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Registriert: 29. November 2007 12:44
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Eilike hat geschrieben:
Silesia hat geschrieben:
Bei der AKK besteht ja die Gefahr, dass das Familiäre statt dessen in die Gemeinden getragen wird und DAS dann eine "familiäre" Angelegenheit wird (bei der unbemerkt oder kaum bemerkt, andere, die nicht "zur Familie" gehören, per se außen vor bleiben).


Was für ein Unsinn!
Wieviel Gemeinden unseres Bistums kennst Du eigentlich?
Für eine ganz einfache, konkrete Beantwortung dieser Frage wäre ich dankbar.

Eilike


Zugegeben, ich kenne nur die im Osten und Berlin ... und das ist gewiss speziell. Jedoch im Laufe der Zeit und bei vielen ökumenischen Kontakten (in Ost wie West), traf ich etliche Menschen, die sagten: AK - das wäre eigentlich etwas für mich gewesen, .... aber, aber da passte ich nicht rein in die Gruppe, die vorhanden war und das wurde mir auch signalisiert!

Diese no go Form der Familie, die ich meine, nennt man Clique.

Das geradezu Hofieren von Neuen habe ich auch erlebt - brachte aber gar nichts, sondern ließ andere nur unbeachtet und die statt dessen Hofierten bald wieder abtauchen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 2. Dezember 2010 20:13 
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Silesia hat geschrieben:
Eilike hat geschrieben:
Silesia hat geschrieben:
Bei der AKK besteht ja die Gefahr, dass das Familiäre statt dessen in die Gemeinden getragen wird und DAS dann eine "familiäre" Angelegenheit wird (bei der unbemerkt oder kaum bemerkt, andere, die nicht "zur Familie" gehören, per se außen vor bleiben).


Was für ein Unsinn!
Wieviel Gemeinden unseres Bistums kennst Du eigentlich?
Für eine ganz einfache, konkrete Beantwortung dieser Frage wäre ich dankbar.

Eilike


Zugegeben, ich kenne nur die im Osten und Berlin ... und das ist gewiss speziell. Jedoch im Laufe der Zeit und bei vielen ökumenischen Kontakten (in Ost wie West), traf ich etliche Menschen, die sagten: AK - das wäre eigentlich etwas für mich gewesen, .... aber, aber da passte ich nicht rein in die Gruppe, die vorhanden war und das wurde mir auch signalisiert!

Diese no go Form der Familie, die ich meine, nennt man Clique.

Das geradezu Hofieren von Neuen habe ich auch erlebt - brachte aber gar nichts, sondern ließ andere nur unbeachtet und die statt dessen Hofierten bald wieder abtauchen.





Die Berliner Gemeinde wirkt sicher auf dem ersten Blick für Nicht-Berliner etwas reserviert.

Das hat aber nichts mit der AKK zu tun, sondern ist Berliner Mentalität, die man überall in der Stadt erfährt. Berlin drängt sich nicht auf und lässt jedem erst einmal einen Freiraum.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 2. Dezember 2010 20:31 
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Ich komme darauf gelegentlich zurück ... Sollte vlt. die Abgeblitzten gesammelt haben, wäre inzwischen auch schon eine kleine Gemeinde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 10. Dezember 2010 00:17 
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Registriert: 15. September 2009 16:04
Beiträge: 379
Wohnort: Görlitz
Um auf den OP zurück zu kommen:

Ja, hier in unserer Kölner Gemeinde finden Hausbesuche statt.

Das 'Wer', 'Wann' oder 'Wie' richtet sich dann ganz nach dem seelsorgerlichen Anlass. Meistens bleibt es ja am Pfarrer 'hängen', der das gerne macht, aber nie alle Leute in der Gemeinde gleichzeitig 'auf dem Schirm' haben kann.

Auf jeden Fall dann, wenn jemand es wünscht. Da mehrere ehrenamtliche Priester und auch andere seelsorgerlich Ausgebildete in der Gemeinde sind, versuchen wir natürlich, den Pfarrer dabei - so gut es eben geht - zu unterstützen.
Es würde die Kräfte einer kleinen - und vielfach aus ehrenamtlichem Engagement lebenden - Gemeinde jedoch bei weitem übersteigen, einen 'Besuchsdienst' nach dem Muster der Großkirchen einzurichten. Bei uns kann seelsorgerlicher Beistand wohl nur in Grenzsituationen oder zu besonderen Anlässen stattfinden, so traurig oder unbefriedigend das sein mag.

Gerade deswegen finde ich übrigens die - von silesia zuweilen belächelten - 'Kaffeekränzchen' nach dem Gottesdienst in seelsorgerlicher Hinsicht wichtig. Hier erfährt man oft mehr aus dem Leben der Mitchristen als sonst.

My two cents.

Viele Grüße
- joesto

_________________
Der Leib zieht die Seele an sich und öffnet die Sinne; die Sinne aber berühren die Seele und ziehen den Leib an sich. (Hildegard von Bingen)


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 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 10. Dezember 2010 09:55 
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Beiträge: 1401
Silesia hat geschrieben:
Ich komme darauf gelegentlich zurück ... Sollte vlt. die Abgeblitzten gesammelt haben, wäre inzwischen auch schon eine kleine Gemeinde.




Wir alle warten noch gespannt auf den angekündigten Beitrag von Silesia.....


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 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 10. Dezember 2010 10:21 
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"Berlin drängt sich nicht auf und lässt jedem erst einmal einen Freiraum."

Ja Berlin tut so als ob es so sei! Jetzt fargt mich mal nach meiner Berlinerfahrung. Dann kann ich nur sagen, dass die für drei Leben reicht. Es ist aber nur ein sehr vornehmer Ausdruck für "Guten Tag und guten Weg!". Man muss dem aber - wenn möglich - was entgegensetzen ... in Berlin oder ihm zum Trotz!

GELEGENTLICH!

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 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 10. Dezember 2010 10:31 
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... und "wir alle" - wer ist denn das? Das klingt ja als, ob Du hier selbdritt vorhanden wärst!? Dann wäre es einfacher ein Profil aufzumachen, dass "wiralle" heißt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 10. Dezember 2010 12:39 
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Beiträge: 1401
Silesia hat geschrieben:
... und "wir alle" - wer ist denn das? Das klingt ja als, ob Du hier selbdritt vorhanden wärst!? Dann wäre es einfacher ein Profil aufzumachen, dass "wiralle" heißt.




woher kommt eigentlich der Name "Selbdritt"?


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 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 10. Dezember 2010 13:34 
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Aldo1 hat geschrieben:
woher kommt eigentlich der Name "Selbdritt"?


Der Ausdruck selbdritt ist ein veraltetes Wort für als Teil einer Dreiergruppe, entsprechend selbander für als Teil einer Zweiergruppe und selbviert für als Teil einer Vierergruppe.


Bild

Zitat:
selb|dritt <Adv.> (veraltet): zu dritt miteinander (2).

Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch

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Vanitas vanitatum et omnia vanitas.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hausbesuche
BeitragVerfasst: 10. Dezember 2010 15:52 
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Registriert: 29. November 2007 12:44
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joesto hat geschrieben:
Um auf den OP zurück zu kommen:

Ja, hier in unserer Kölner Gemeinde finden Hausbesuche statt.

Das 'Wer', 'Wann' oder 'Wie' richtet sich dann ganz nach dem seelsorgerlichen Anlass. Meistens bleibt es ja am Pfarrer 'hängen', der das gerne macht, aber nie alle Leute in der Gemeinde gleichzeitig 'auf dem Schirm' haben kann.

Auf jeden Fall dann, wenn jemand es wünscht. Da mehrere ehrenamtliche Priester und auch andere seelsorgerlich Ausgebildete in der Gemeinde sind, versuchen wir natürlich, den Pfarrer dabei - so gut es eben geht - zu unterstützen.
Es würde die Kräfte einer kleinen - und vielfach aus ehrenamtlichem Engagement lebenden - Gemeinde jedoch bei weitem übersteigen, einen 'Besuchsdienst' nach dem Muster der Großkirchen einzurichten. Bei uns kann seelsorgerlicher Beistand wohl nur in Grenzsituationen oder zu besonderen Anlässen stattfinden, so traurig oder unbefriedigend das sein mag.

Gerade deswegen finde ich übrigens die - von silesia zuweilen belächelten - 'Kaffeekränzchen' nach dem Gottesdienst in seelsorgerlicher Hinsicht wichtig. Hier erfährt man oft mehr aus dem Leben der Mitchristen als sonst.

My two cents.

Viele Grüße
- joesto


Na die Kaffeekränzchen heben eben leider oft etwas von der Einstimmung auf die hl. Messe oder dem Nachklang, der inneren Resonanz der Sakramentsfeier auf und das ist schade. Sie bleiben oft oberflächlich, sollen aber, das ist mir schon bewusst Fehlendes ersetzen. Ein Extratreffen wäre besser. Und das Argument des Nicht-Leistbaren glaube ich nicht: Das ist mangelnder Fleiß.
Leider habe ich sogar öfters beobachten müssen, dass das Tafeln unmittelbar vor und nach der Messfeier in seinem Umfang sogar unangemessen übertrieben wird.

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