Mensch und Kirche
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Diskussion zum Kollar
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Autor:  Péter [ 26. Mai 2015 20:50 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

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Ein deutscher AK Priester in Soutane? Schrecklich! :zwinkern2:

Autor:  Sarandanon [ 26. Mai 2015 20:59 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Kollar, hin oder her. Man kann Probleme auch herbeireden. Vielleicht solltn die Ablehner auch diesbzgl. mal etwas mehr Toleranz oder sogar Akzeptanz walten lassen, anstatt hinter jedem Kollarträger gleich den gestrengen und distanzierten Pfarrer zu vermuten. Ich persönlich habe überhaupt kein Problem damit, wenn ein Geistlicher ein Kollar trägt. Ganz im Gegenteil glaube ich, dass ein Geistlicher von meiner Warte aus sehr gern auch äußerlich und außerhalb des liturgischen Dienstes zu seiner Berufung stehen und durchaus eine Respektsperson darstellen sollte. Er hat innerhalb der Gemeinde nunmal eine herausgehobene Stellung, die er auch in dieser Art wahrnehmen muss, ohne natürlich die Autorität zu pervertieren.

Autor:  Eilike [ 26. Mai 2015 21:27 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Aber viele in unserem Bistum haben nun mal den größten Respekt vor Priester oder gar Bischöfen, die kein Stück Stoff brauchen, um Autorität zu demonstrieren, und deshalb freut mich so sehr das Bischofsfoto. :ja:
Sollten diese Bischöfe nicht in ihren Ländern Vorbilder für ihr Presbyterium sein? :x)

Autor:  Vanni145 [ 26. Mai 2015 21:33 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Silesia hat geschrieben:

Ja man kann bei den Herrnhutern Mitglied sein, jedoch - es ist wie bei den Quäkern - sollte dringend die Heimatkirche bescheid wissen und einverstanden sein.



Die Heimatkirche? Was juckt es denn z.B. eine kirchensteuersaugende evangelische Landeskirche, ob einer parallel noch als Freund der nur noch 200 Freunde firmiert bzw. zu den Quäkern findet? Hauptsache die Knete fließt übers Finanzamt an die Kirche.

Ich kenne da einen Alt-Katholiken, der auch noch seinen Monatsbetrag an eine evangelische Freikirche monatlich per Dauerauftrag überweist.

Autor:  Vanni145 [ 26. Mai 2015 21:35 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Eilike hat geschrieben:
Aber viele in unserem Bistum haben nun mal den größten Respekt vor Priester oder gar Bischöfen, die kein Stück Stoff brauchen, um Autorität zu demonstrieren, und deshalb freut mich so sehr das Bischofsfoto. :ja:
Sollten diese Bischöfe nicht in ihren Ländern Vorbilder für ihr Presbyterium sein? :x)




:klatsch3: :klatsch3: :klatsch3: :klatsch4: :klatsch4: :klatsch4: :klatsch3: :klatsch3: :klatsch3:

Autor:  Rheinmaus [ 26. Mai 2015 21:55 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Vanni145 hat geschrieben:
Silesia hat geschrieben:

Ja man kann bei den Herrnhutern Mitglied sein, jedoch - es ist wie bei den Quäkern - sollte dringend die Heimatkirche bescheid wissen und einverstanden sein.



Die Heimatkirche? Was juckt es denn z.B. eine kirchensteuersaugende evangelische Landeskirche, ob einer parallel noch als Freund der nur noch 200 Freunde firmiert bzw. zu den Quäkern findet? Hauptsache die Knete fließt übers Finanzamt an die Kirche.

Ich kenne da einen Alt-Katholiken, der auch noch seinen Monatsbetrag an eine evangelische Freikirche monatlich per Dauerauftrag überweist.


*OT* Das wäre dann wieder ein neues Thema was nix mit dem Kollar zu tun hat. Ob das mal jemand trennen kann? *OT*

Das macht nicht wirklich Sinn? Entweder ich bekenne mich - bei aller Ökumene - zu der einen Gruppe oder zur anderen. Sicher spricht nichts dagegen die jeweils andere Gruppe mal zu besuchen, aber schon allein weil sie die Werte der beiden Gruppenb z T nicht unwesentlich unterscheiden ist das imho sinnfrei.

Ich find den Begriff "Kirchensteuersaugend" übrigens nicht schön. Dämonisiert diesselbe unnötig

Autor:  Silesia [ 26. Mai 2015 22:34 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Es gibt Sachen, die sind kompatibel und es gibt Sachen, die sind nicht kompatibel.

Autor:  Liberaler [ 26. Mai 2015 22:45 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Eilike hat geschrieben:
Aber viele in unserem Bistum haben nun mal den größten Respekt vor Priester oder gar Bischöfen, die kein Stück Stoff brauchen, um Autorität zu demonstrieren, und deshalb freut mich so sehr das Bischofsfoto. :ja:
Sollten diese Bischöfe nicht in ihren Ländern Vorbilder für ihr Presbyterium sein? :x)


Also wenn ein Bischof im Wollkragenpulli Macht demonstrieren würde wäre das in Ordnung für dich? Sobald er aber ein kleines, weißes Textil am Hals trägt ist es eine Katastrophe? Hääääääääää?! :hmm:

Autor:  Péter [ 27. Mai 2015 09:27 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Eilike hat geschrieben:
Aber viele in unserem Bistum haben nun mal den größten Respekt vor Priester oder gar Bischöfen, die kein Stück Stoff brauchen, um Autorität zu demonstrieren, und deshalb freut mich so sehr das Bischofsfoto. :ja:
Sollten diese Bischöfe nicht in ihren Ländern Vorbilder für ihr Presbyterium sein? :x)


Weil der Priesterkragen nur eine Form der Demonstration der Autorität sein kann? Es gibt sehr viele ausgezeichnete Geistliche, die ihn zu tragen pflegen, aber nicht wegen einer solchen Demonstration. Ist Deine obige Aussage im Kontext dieser Geistlichen nicht viel zu einseitig?

Autor:  JHNewman [ 27. Mai 2015 10:00 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Eilike hat geschrieben:
Aber viele in unserem Bistum haben nun mal den größten Respekt vor Priester oder gar Bischöfen, die kein Stück Stoff brauchen, um Autorität zu demonstrieren, und deshalb freut mich so sehr das Bischofsfoto. :ja:
Sollten diese Bischöfe nicht in ihren Ländern Vorbilder für ihr Presbyterium sein?


Eilike, Deine Aussage beruht auf zwei Fehlannahmen.

Erstens: das Kollarhemd sei eine Autoritätsdemonstration. Das ist es schon lange nicht mehr, zumal in den Kirchen, von denen wir hier sprechen.
Der Pfarrer als 'Autoritätsperson' ist ähnlich wie der Schulmeister als 'Autorität' längst Vergangenheit. So erlebe ich das in meinem Umfeld. Daher hat ein Kollarhemd heute auch eine andere Funktion und Signalfunktion.

Zweitens: die Träger von Kollarhemden hätten es 'nötig', ihre Autorität zu demonstrieren. Das halte ich für eine Unterstellung. Zumal sie im o.g. Kontext ja schon gar nicht mehr zutrifft. Wenn es keine Autorität mehr gibt, kann man sie auch durch das Tragen eines Kollarhemdes nicht mehr 'demonstrieren'. Im Gegenteil würde ich sagen, dass sichtbare Zeichen eines kirchlichen Amtes außerhalb des direkten Kontextes der Kirche heute eher ein Anstoßgeber sind. Beispiele dafür sind ja genannt wordne.

Autor:  Eilike [ 27. Mai 2015 11:37 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

JHNewman hat geschrieben:
Der Pfarrer als 'Autoritätsperson' ist ähnlich wie der Schulmeister als 'Autorität' längst Vergangenheit

Hoffentlich!
Aber es gibt - wenn Du alle Beiträge hier gelesen hast - gerade unter Nichtordinierten den Wunsch, die Verhältnisse der Vergangenheit wieder herzustellen.
Nein, ich habe auch keine Sorge, dass das in Deutschland gelingt.

Zur "Autorität": Es gibt eine Amtsautorität (die ich z.B. in meinem Beruf auch jeden Tag in Anspruch genommen habe) und eine Persönlichkeits-Autorität; die muss man sich - manchmal mühsam - erwerben.
Ich bin die Letzte, die Autorität abschaffen will; ich habe schon als das noch ganz unmodern war, in den 70er Jahren, Kindern und Jugendlichen Grenzen aufgezeigt, und die sind mir noch heute dafür dankbar.
Hinter "demonstrierter" Amtsautorität verbirgt sich allerdings nach meiner Erfahrung meistens ein schwaches Selbstbewusstsein; wenn solche Menschen ein kirchliches Amt bekleiden, ist ihnen meistens nur schwer zu helfen, und den Gemeinden tut es nicht gut.
Aber nochmals: Ein wirkliches Problem ist das in Deutschland nicht.
Trotzdem hat es mich gefreut, dieses Bischofsfoto zu sehen, und die Reaktionen mancher User sprechen für sich.
Was gegen Kollar & Co außer bei Amtshandlungen spricht, wurde sehr schön aus unterschiedlicher Sicht in sieben Leserbriefen in CH (Mai) dargelegt.

Zusätzlich bekommst du eine PN von mir.

Autor:  Liberaler [ 27. Mai 2015 12:08 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Eilike hat geschrieben:
Aber es gibt - wenn Du alle Beiträge hier gelesen hast - gerade unter Nichtordinierten den Wunsch, die Verhältnisse der Vergangenheit wieder herzustellen.


Dann solltest du dich nicht in die Hörsäle theologischer Fakultäten begeben, ansonsten bekommst du einen Schock: die Mehrheit der heutigen Studenten ist konservativer als die Generation V2, egal ob evangelisch oder katholisch. :shock:

Der Zeitgeist ist schon lange wieder konservativ(er), nicht nur in der Kirche.

Eilike hat geschrieben:
[...]Zur "Autorität": Es gibt eine Amtsautorität (die ich z.B. in meinem Beruf auch jeden Tag in Anspruch genommen habe)[...]

[...]Hinter "demonstrierter" Amtsautorität verbirgt sich allerdings nach meiner Erfahrung meistens ein schwaches Selbstbewusstsein; [...]


Sprich du hast ein schwaches Selbstbewusstsein? :angel:

Autor:  JHNewman [ 27. Mai 2015 12:17 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Eilike hat geschrieben:
JHNewman hat geschrieben:
Der Pfarrer als 'Autoritätsperson' ist ähnlich wie der Schulmeister als 'Autorität' längst Vergangenheit

Hoffentlich!
Aber es gibt - wenn Du alle Beiträge hier gelesen hast - gerade unter Nichtordinierten den Wunsch, die Verhältnisse der Vergangenheit wieder herzustellen.
Nein, ich habe auch keine Sorge, dass das in Deutschland gelingt.


Die Verhältnisse der Vergangenheit herzustellen, ist aus meiner Sicht weder wünschenswert noch überhaupt möglich. Die Gesellschaft, in der wir leben, hat sich radikal gewandelt. (Allein schon deshalb ist jeglicher Traditionalismus m. E. ein Witz, weil die Strukturen und Antworten der Vergangenheit in diesem Umfeld der radikal veränderten Gesellschaft eben komplett kontextlos geworden sind. Aber das nur am Rande.) Wir leben eben in einer Gesellschaft, die sich rasant säkularisiert und in die christlichen Kirchen eher am Rande vorkommen. Die Menschen sind kirchlichen Riten und überhaupt den Inhalten des Christentums schon sehr stark entfremdet. Sie kommen nicht mehr zur Kirche und sie begegnen der Kirche im Alltag kaum noch. Deshalb finde ich es wichtig, dass wir als Christen (egal in welcher Form) sichtbar bleiben. Und das Tragen von Kollaren ist dabei ein Element. Ein anderes sind sichtbare Präsenzen von christlichen Gemeinschaften (Kommunitäten, Klöstern etc.) in unseren Innnestädten. Ich denke, dass viele Menschen Gesprächspartner suchen, auch wenn sie gar nicht in die Kirche gehen. M. E. geht es also um Gegenwart und Zukunft.

Zitat:
Was gegen Kollar & Co außer bei Amtshandlungen spricht, wurde sehr schön aus unterschiedlicher Sicht in sieben Leserbriefen in CH (Mai) dargelegt.


Die Ironie daran ist allerdings: bei einer Amtshandlung wird der/die Geistliche ja in der Regel schon durch die liturgische Kleidung erkennbar. Dabei wäre also ein Kollar am wenigsten nötig... :zwinkern2:

Als Analogie ist mir noch eingefallen: Viele Juden tragen im Alltag eine Kippa, muslimische Frauen oft ein Kopftuch, Mönche und Nonnen häufig einen Habit. Alles das hat auch nichts mit Autorität oder Macht zu tun, sondern ist ein äußeres Zeichen ihrer inneren Zugehörigkeit und ihrer Bindung an ihren Glauben. So ähnlich würde ich ein Kollar auch bewerten.

Autor:  JHNewman [ 27. Mai 2015 12:21 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Sarandanon hat geschrieben:
Ganz im Gegenteil glaube ich, dass ein Geistlicher von meiner Warte aus sehr gern auch äußerlich und außerhalb des liturgischen Dienstes zu seiner Berufung stehen und durchaus eine Respektsperson darstellen sollte. Er hat innerhalb der Gemeinde nunmal eine herausgehobene Stellung, die er auch in dieser Art wahrnehmen muss, ohne natürlich die Autorität zu pervertieren.


Da folge ich nicht.
Ich halte den Begriff 'Respektsperson' für anachronistisch. Geistliche sind zu einem besonderen Dienst berufen und sollten in besonderer Weise verfügbar sein - und dafür ist in meinen Augen der Kollar ein Signal.

Autor:  Vanni145 [ 27. Mai 2015 16:53 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Liberaler hat geschrieben:
Dann solltest du dich nicht in die Hörsäle theologischer Fakultäten begeben, ansonsten bekommst du einen Schock: die Mehrheit der heutigen Studenten ist konservativer als die Generation V2, egal ob evangelisch oder katholisch. :shock:

Der Zeitgeist ist schon lange wieder konservativ(er), nicht nur in der Kirche.



Konservativ für welche Nutzergruppe denn? Für sich selbst und dann ein paar stramm-konservative in der Gemeinde, die es wütend an einen Bischof melden, wenn der arme konservative Tropf beim falschen Glöckchenklang anders reagiert, wie es eine Anordnung aus grauer, toter Zeit vorschreibt?

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